Deutsche Städte zwischen Herausforderung und Selbstbestimmung
Wo lebt es sich in Deutschland besonders gut? Welche Städte überzeugen durch leistungsfähige Infrastrukturen, attraktive Wohnbedingungen und ein starkes Bildungsangebot? Und vor allem: Wie lässt sich diese Lebensqualität langfristig sichern?
Antworten darauf liefert das aktuelle Städteranking, das im Auftrag von WirtschaftsWoche und ImmoScout24 von IW Consult erstellt wurde. Untersucht wurden alle 71 kreisfreien Städte mit mehr als 100.000 Einwohner:innen. Bewertet wurden sie anhand der vier Themenfelder Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur, Immobilienmarkt und Lebensqualität – ergänzt um eine Analyse ihrer Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren.
Im Infrastrukturvergleich nimmt Potsdam eine Spitzenposition ein. Die brandenburgische Landeshauptstadt punktet insbesondere mit einer außergewöhnlich hohen Hochschuldichte (Platz 1). Auch der Zustand von Brücken, Autobahnen und Bundesstraßen schneidet überdurchschnittlich gut ab (Platz 2). Darüber hinaus verfügt Potsdam über eine starke MINT-Forschungslandschaft sowie eine solide Glasfaseranbindung (jeweils Platz 5).
Auf Rang zwei folgt Regensburg, das vor allem in den Bereichen Bildung und Klimaschutz überzeugt. Den dritten Platz sichert sich Ingolstadt, das gleich bei mehreren Einzelkriterien Bestwerte erzielt – insbesondere bei der digitalen und elektrischen Infrastruktur. Dazu zählen unter anderem die Gigabitversorgung von Schulen, der Glasfaserausbau und die hohe Dichte an Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Am unteren Ende des Infrastrukturindex finden sich Duisburg (Platz 69), Salzgitter (Platz 70) und Hamm (Platz 71).
Dass sich die Ergebnisse des Städterankings jährlich verändern, ist Ausdruck einer hohen Dynamik. Viele Einflussfaktoren liegen außerhalb der direkten Steuerungsmöglichkeiten der Kommunen. Umso wichtiger ist der strategische Umgang mit zukünftigen Herausforderungen – denn Städte sind sowohl Treiber als auch Leidtragende aktueller Entwicklungen.
„In den Städten werden die meisten Treibhausgasemissionen durch Wohnen, Mobilität und wirtschaftliche Aktivitäten ausgestoßen. Zugleich sind die Auswirkungen der Klimakrise durch Extremwetter, Hitzeinseln usw. besonders in den Städten spürbar. Andererseits können dort Impulse für neue innovative soziale Praktiken und Technologien entstehen und auch skaliert werden. Städte können hier viel ausrichten“, sagt Prof. Mario Tvrtkovic von der Hochschule Coburg.
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