Gebäudetyp E: Einfach bauen – konsequent und zukunftsorientiert
Dass Politik, Verbände und Architektenschaft an einem Strang ziehen, kommt nicht oft vor. Umso bemerkenswerter ist der breite Konsens darüber, dass einfacheres Bauen ein entscheidender Schlüssel für die Zukunft ist. Vor allem der Wohnungsmarkt und Bauherren könnten davon spürbar profitieren.
In Deutschland soll Bauen künftig unkomplizierter, kostengünstiger und zügiger möglich sein. Der sogenannte Gebäudetyp E spielt dabei eine zentrale Rolle. Sein Ansatz: Der bewusste Verzicht auf zahlreiche Baustandards, die rechtlich nicht zwingend vorgeschrieben sind. Diese Reduktion eröffnet erhebliche Einsparpotenziale bei den Baukosten.
Ziel ist es, dass Vertragspartner den Gebäudetyp E künftig unkompliziert und rechtssicher vereinbaren können. Gleichzeitig soll er sich als praxistaugliche Bauweise etablieren. Grundlage dafür ist ein gemeinsames Eckpunktepapier des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz sowie des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.
Die Bundesarchitektenkammer (BAK) bewertet die Eckpunkte zur zivilrechtlichen Absicherung des einfachen Bauens positiv und kündigt an, sich aktiv am weiteren Beteiligungsverfahren zu beteiligen. Zugleich macht sie deutlich, dass auch die Bundesländer diesen Reformprozess unterstützen müssen. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung kommt von der Bauministerkonferenz: Sie erweitert die Musterbauordnung um einen Umbauparagrafen, der Abweichungen nicht nur im Neubau, sondern vor allem im Gebäudebestand erleichtern soll.
Auch das Deutsche Institut für Normung (DIN) steht hinter den bisherigen Initiativen und begrüßt die neue Entwicklung. Das Eckpunktepapier enthält zahlreiche Ansätze zur Senkung der Baukosten. Viele davon – etwa kompaktere Gebäudeformen oder eine bewusst reduzierte Ausstattung – lassen sich bereits heute umsetzen, ohne bestehende Normen oder technische Regeln zu verändern. Gleichzeitig bleibt klar: DIN-Normen werden auch künftig eine wichtige Grundlage des Bauens sein.
Positive Resonanz kommt ebenfalls vom Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW. Er begrüßt ausdrücklich, dass die Bundesregierung nun konkrete Eckpunkte zum Gebäudetyp E vorgelegt hat. Damit werden zentrale Forderungen des Verbandes aufgegriffen, die auf mehr Einfachheit, höhere Rechtssicherheit und eine bessere Kosteneffizienz im Bauwesen abzielen.
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