Klimaneutralität

Klimaneutralität erreichen, was können wir tun? Klimaschutz und Nachhaltigkeit, Sparsamkeit und Ressourcenschonung – diese Themen sind in aller Munde. Wir alle versuchen, besser zu leben und unsere Welt für die nachfolgenden Generationen besser zu hinterlassen. Dabei stellt sich natürlich die Frage, an welchen Punkten soll man ansetzen? Wo lässt sich das meiste einsparen und welche Punkte sind für die Klimaneutralität besonders wichtig?

In Deutschland ist es so, dass die privaten Haushalte die meiste Energie verbrauchen. Deshalb müssen wir an diesem Punkt ansetzen, wenn wir unsere gemeinsamen Ziele erreichen wollen. Das Ziel: die Strom- und Wärmeversorgung von Gebäuden soll in Zukunft vollständig erneuerbar sein. Das funktioniert nur, wenn wir die Energieeffizienz steigern und erneuerbare Energien flächendeckend einsetzen. 

Klimaneutralität in 2045 – ansetzen im Gebäudebereich

Gebäude verursachen in Deutschland rund ein Drittel aller CO2-Emissionen. Um die Klimaneutralität in 2045 erreichen zu können, müssen Hauseigentümer:innen ihre Immobilien energetisch auf den neusten Stand bringen. Rund 70 Prozent aller Gebäude sind davon betroffen.

Wie haben sich die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor entwickelt?

1990 lagen die Emissionen noch bei 210 Millionen Tonnen CO2. Durch die Bemühungen rund um den Klimaschutz, durch Sanierungen und energieeffiziente Neubauten sanken die Emissionen bis  2014 auf rund 120 Millionen Tonnen. An diesem Punkt gab es jedoch eine Stagnation, die jetzt überwunden werden muss. Die Vorgabe ist, dass bis 2030 die Emissionen bei 67 Millionen Tonnen liegen sollen. Und 2045 soll dieser Wert bei null sein.

Klimaziele erreichen

Ein ehrgeiziges Ziel, das nur erreicht werden kann, wenn auch alle privaten Verbraucher mitmachen. Für die Klimawende ist Kreislaufwirtschaft ein wichtiges Stichwort. Dabei geht es um die Wiederverwendbarkeit, die Reparierbarkeit und den Anteil eines Produkts, der recyclingfähig ist – ganz besonders im Bereich Bauen, Sanieren und Umbauen. Die Politik hat in diesem Zusammenhang wichtige Aufgaben. Die Fördermittel für energetische Sanierungen von Bestandsgebäuden wurden aufgestockt. Doch auch in Zukunft muss darauf geachtet werden, dass Investitionen in den Klimaschutz wirtschaftlich bleiben. Sonst könnte eine Neubau- und Investitionsbremse entstehen, die bezahlbares Wohnen unmöglich macht.

(Foto: © Colin Behrens, Pixabay)

Bautätigkeit

Die Bautätigkeit ist ein wichtiger Faktor, um den Zustand des Immobilienmarktes einschätzen zu können. Sie beeinflusst die Immobilienpreise, ist ein Stimmungsbarometer und eine Art Kompass, der anzeigt, in welche Richtung sich die Entwicklung bewegt. Festgehalten werden die Bautätigkeit und ihre Entwicklung im sogenannten Bautätigkeitsindex. Dieser Index stieg für Deutschland im zweiten Quartal 2021 auf plus 37 gegenüber plus elf im Vorquartal. keine große Überraschung, denn die Entwicklung zeigte sich in den letzten Monaten positiv.

Wie entwickelt sich die Bautätigkeit in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern?

Dass die Bautätigkeit steigt, zeigt auch, dass sich das Baugewerbe wieder erholt. Deutschland liegt bei diesem Thema im ersten Drittel, wobei die Bereiche Infrastruktur und privater Wohnungsbau den größten Aufschwung verzeichnen können. Am höchsten ist der Index allerdings in Portugal, den Niederlanden, Saudi-Arabien und den USA. Deutschland liegt auf Platz 37. Es geht also aufwärts, doch es gibt neue Herausforderungen, mit denen alle Beteiligten zu kämpfen haben: Die Materialkosten steigen und die Lieferketten weisen immer noch Engpässe auf. Das ist für 83 Prozent befragter Personen ein Hemmnis für die Bautätigkeit. Im letzten Quartal gaben dies noch 66 Prozent an.

Der Druck wird steigen

Das Problem: Die Prognose ist nicht gerade positiv. Mit Blick auf die nächsten zwölf Monate gehen die Befragten davon aus, dass die Kosten um mindestens acht Prozent steigen werden. Im letzten Quartal wurde noch mit einem Preisanstieg von sechs Prozent gerechnet, was ebenfalls eine beachtliche Steigerung darstellt. Der Kostendruck stellt somit einen zunehmenden Gegenwind für die Bauwirtschaft dar und könnte ihren Aufschwung bremsen.

Positiv ist zu vermerken, dass die Nachfrage nach recycel- und wiederverwendbaren Materialien in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen ist. In diesem Bereich lag Europa vor allen anderen Weltregionen. Wie soll mehr Nachhaltigkeit ins Bauwesen gebracht werden? Hier wurde besonders häufig die Abfallminimierung genannt.

(Foto: © Jean-Paul Jandrain, Pixabay)

Kaufpreis steigern

Wer ein Haus oder eine Wohnung verkaufen will, ist mit einem ganz typischen Konflikt konfrontiert: Wie viel Geld, Zeit und Mühe soll ich in das Objekt noch investieren? Gerade dann, wenn ein Renovierungsstau vorhanden ist, möchte man das Objekt am liebsten einfach schnell loswerden. Schließlich können die neuen Besitzer alles nach ihren Vorstellungen umsetzen und haben dann die Mühe, nicht mehr man selbst.

Doch das muss nicht die beste Lösung sein. Durch Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen lässt sich nämlich der Kaufpreis steigern, und zwar auf eine Weise, die das Ganze trotz des Aufwands lohnenswert macht.

Kaufpreis steigern durch Renovierung und Modernisierung 

ImmoScout24 hat eine Analyse erstellt, die Verkäufern die Entscheidung zukünftig erleichtern sollte. Denn Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen wirken sich deutlich auf die Angebotspreise von Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern aus. Ob es im Einzelfall lohnenswert ist, entsprechende Maßnahmen vorzunehmen, hängt stark vom Baujahr des Hauses, den Kosten der Maßnahme, der regionalen Immobiliennachfrage und den lokalen Besonderheiten ab.

Beispiele:

  • Altbauwohnungen in der Stadt bis zum Baujahr 1949 werden nach einer Sanierung rund 30 Prozent teurer verkauft als nicht sanierte.
  • Vergleichbare Objekte auf dem Land sind 24 Prozent teurer.
  • Saniert Einfamilienhäuser in der Stadt sind 18 Prozent, auf dem Land sind es 14 Prozent.
  • Bekommt ein Altbau-Mehrfamilienhaus einen Aufzug, so steigern sich die Preis um bis zu 31 Prozent, auf dem Land sind es 20 Prozent. Ein Neubau mit Aufzug kann einen rund 23 Prozent höheren Kaufpreis bringen. 
  • Ein nachträglich angebauter Balkon bringt  in Stadt und Land durchschnittlich rund zehn Prozent Aufschlag.

Es lohnt sich also, Kosten und Nutzen durchzurechnen und sich eventuell die Mühe zu machen.

(Foto: © Barry D., Pixabay)

Wallbox Förderung

Der Klimawandel und die erforderlichen Maßnahmen sind eines der wichtigsten Themen in unserer Gesellschaft. Wir müssen alle an einem Strang ziehen, wenn wir die gesetzten Klimaziele erreichen wollen. Der Staat tut hier seinen Teil und unterstützt Bürger etwa mit der Wallbox Förderung. Diese wurden erneut verlängert.

Die Wallbox Förderung unterstützt private Ladestationen an Wohngebäuden für Elektroautos. Sie wurde um 300 Millionen Euro aufgestockt und verlängert. Käufer bekommen pauschal 900 Euro, wenn sie eine Wallbox kaufen uns installieren. Die gesamten Mittel für die Wallbox Förderung betragen jetzt 800 Millionen Euro. Es handelt sich um Bundesmittel.

Wie kommt die Wallbox Förderung an?

Es wurden bereits mehr als eine halbe Million Anträge gestellt, die eine enorme Nachfrage nach dieser Förderung zeigen. Beantragen kann jeder, ob Privatpersonen, Wohnungseigentümergemeinschaften, Wohnungsunternehmen, Wohnungsgenossenschaften oder Bauträger. Die Förderung gilt für den Erwerb die Errichtung einer fabrikneuen, nicht öffentlich zugänglichen Ladestation inklusive des elektrischen Anschlusses.

Auch notwendige Arbeiten an den Stellplätzen, auf denen die zu ladenden Fahrzeuge dann stehen, werden gefördert.

Was sind die Voraussetzungen für die Förderung?

-Die Die Ladestation verfügt über eine Normalladeleistung von 11 kW.

-Der Strom kommt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien.

-Die Ladestation ist intelligent und steuerbar.

-Die Gesamtkosten müssen den Förderbetrag überschreiten. Zu den Kosten zählen: Ladestation, Managementsystem zur Steuerung von Ladestationen, elektrischer Anschluss, notwendige Elektroinstallationsarbeiten wie zum Beispiel Erdarbeiten.

Bisher gibt es rund eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen. Um die Klimavorgaben zu erreichen, müssen bis 2030 noch 14 Millionen hinzukommen.

(Foto: © Stux, Pixabay)

kaufen oder mieten

Ob Verbraucher sich für das Kaufen oder Mieten entscheiden, ist nicht nur eine Frage des Geldbeutels, sondern auch der persönlichen Einstellung. Während Eigenheimbesitzer die Sicherheit der eigenen vier Wände schätzen und das gute Gefühl genießen, etwas für ihre Altersvorsorge getan zu haben, lieben Mieter die Flexibilität ihres Lebensstils. Einfach gehen zu können, wenn es einem nicht mehr gefällt oder die Arbeitssituation sich verändert bedeutet, persönliche Freiheit zu haben. Zudem muss man sich nicht um Instandhaltungen oder Reparaturen kümmern. So hat jedes der beiden Lebenskonzepte seine Vor- und Nachteile und warum sich jemand für das eine oder andere entscheidet, ist nicht nur eine Frage des Geldes.

Ob kaufen oder mieten günstiger ist, hängt vom Markt ab

Es lässt sich nicht allgemein sagen, ob kaufen oder mieten günstiger ist, sondern es hängt immer von den individuellen Umständen und vor allem der aktuellen Marktlage ab. Eine Phase, wie wir sie aktuell erleben, dass sowohl die Kaufpreise als auch die Mieten steigen, kommt irgendwann an ihre natürlichen Grenzen. In den Großstädten ist das bereits jetzt zu beobachten. Dennoch bleibt die Lage angespannt, weil die Zahl der Haushalte schneller wächst als die Neubauzahlen.

Doch stehen Kaufen oder Mieten eigentlich in Konkurrenz zueinander? Das lässt sich so nicht sagen. Die meisten Deutschen haben den Wunsch nach den eigenen vier Wänden verinnerlicht und sehen die Zeit als Mieter eher als vorübergehend an. Das könnte sich jedoch dann ändern, wenn die Mieten deutlich günstiger wären, als es die Belastung durch ein Eigenheim ist.

Das sagt der Postbank Wohnatlas 2021

Der Postbank Wohnatlas 2021 hält fest: Nur in knapp jedem achten Landkreis bzw. Stadt sei es günstiger, Eigentum zu erwerben als zur Miete zu wohnen. Dennoch sei es für 90 % der Durchschnittsverdiener noch möglich, Wohneigentum zu finanzieren.

Die Studie vergleicht die regelmäßigen Kosten der beiden Wohnformen Miete und Eigentum. Dabei wird jedoch die Wertsteigerung von Immobilien nicht berücksichtigt, die sich nach bereits nach wenigen Jahren positiv auf das Vermögen der Eigentümer auswirkt und überwiegend der Alterssicherung dient.

 

 

(Foto: © Tamas Prencsok, Pixabay)

Immobilieneigentum

Immobilieneigentum in Deutschland: Vergleichsweise wenige Haushalte leben in den eigenen vier Wänden. Die Wohneigentumsquote steht im EU-Vergleich an letzter Stelle. Das soll sich ändern!

Immobilieneigentum und Vermögensungleichheit

Es ist bekannt, dass in Deutschland vergleichsweise wenige Menschen über Immobilieneigentum verfügen. Dadurch entsteht eine Ungleichheit bei den Vermögen, die politisch ausgeglichen werden soll. Im EU-Vergleich sind die Vermögen hierzulande besonders ungleich verteilt.

Gerade bei den aktuell niedrigen Zinsen ergreifen jedoch immer mehr Menschen die Chance, sich eine Immobilie zu kaufen. Wie das für noch mehr Menschen möglich werden kann, damit hat sich das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) beschäftigt.

Was können die Werkzeuge für mehr Vermögensgleichheit sein?

Mögliche Werkzeuge für mehr Gleichheit können die Wohnungsbauprämie und die Besteuerung von Immobilien sein. Die Wissenschaftler des DIW Berlin plädieren für Reformen und ein neues Instrument, um den Kauf von Immobilien auch für Haushalte mit geringem Eigenkapital möglich zu machen. Die Politik müsse hier „…schnell und zielgenau an den richtigen Stellschrauben drehen.“

Die Wohnungsbauprämie ist hierbei durchaus geeignet. Es handelt sich zwar nur um geringe Summen, doch es gibt eine eindeutige Wirkung auf das Sparverhalten der geförderten Haushalte. Sie erwerben eher und in jüngeren Jahren Immobilieneigentum. Ergänzend kann eine sogenannte Sozialkaufprämie eingeführt werden. Sie könnte die Lücken beim Eigenkapital schließen, die in vielen Haushalten vorhanden ist. Zum Thema Besteuerung stellten die Wissenschaftler fest, dass in den Bereichen der Grundsteuer, der Besteuerung von Veräußerungsgewinnen, der Erbschaftsteuer und der Grunderwerbsteuer nachgebessert werden könnte. So wäre es sinnvoll, den Ersterwerb von Wohneigentum steuerlich zu begünstigen. Mit Steuermehreinnahmen könnte man die Vermögensbildung ärmerer Haushalte anzuregen und die Steuerbelastung von Erwerbseinkommen reduzieren.

 

(Foto: © Wokandapix, Pixabay)

Förderung

Förderung für Energiesparmaßnahmen immer besser.

Europa will klimaneutral werden und Deutschland geht mit großen Schritten voraus. Die aktuellen Wetterereignisse machen einmal mehr deutlich, wie wichtig es für uns ist, das Klima zu schützen und die Umwelt pfleglich zu behandeln. Am Ende leiden wir alle darunter, wenn die Dinge außer Kontrolle geraten – und ebenso können auch wir alle etwas dagegen tun.

Es ist schön, dass das Bewusstsein in der Bevölkerung bezüglich dieser Themen weiter wächst und die Bereitschaft steigt, sich selbst einzubringen. Verschiedene Arten der Forderung helfen dabei, dieses Ziel erreichen zu können.

Bereitschaft und Förderung: Voraussetzungen für den Wandel

Drei Viertel der Bevölkerung begrüßt den sogenannten Green-Deal, bis 2050 als erster Kontinent klimaneutral zu werden. Doch einfach nur bei der Energie zu sparen, das wird nicht reichen, selbst wenn das Umstellen der Heizung außerhalb der Heizperiode von 1. Oktober bis 30. April auf den Sommerbetrieb auf jeden Fall schon etwas bringt. Ganz abschalten kann man eine Heizung jedoch nur dann, wenn sie nicht ebenfalls für die Produktion von warmem Wasser benutzt wird.

Doch man kann erneuern, was durch eine Förderung dann auch bezahlbar wird! Beinahe 70 Prozent der Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer, so haben Befragungen ergeben, wollen ihren alten Heizölkessel durch neue Heiztechnik ersetzen und ebenso viele Gasverbrennung zur Wärmeproduktion durch andere Techniken ersetzen.

Wie hoch sind die Förderungen neuerdings?

Künftig wird der Staat bis zu  50 Prozent Förderung für energetische Gesamtmaßnahmen gewähren. Damit können bis zu 27.000 Euro pro Wohneinheit gefördert werden. Seit dem 1. Juli 2021 ist die zweite Stufe der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in Kraft und kann beantragt werden.

Neu ist die Effizienzhausklasse 40 mit einer besonders guten Förderung. Wer nach der Sanierung hauptsächlich erneuerbare Energien nutzt, bekommt einen Bonus von 5 Prozent und kann von der Erhöhung der förderfähigen Kosten von 120.000 auf 150.000 Euro profitieren. Es war also nie so einfach wie heute, Wohnhäuser und Nichtwohngebäude für eine klimaschonende Zukunft zu rüsten.

(Foto: © AchimScholty, Pixabay)

Kaufpreise

Das Verhältnis der Kaufpreise und Mietpreise von Immobilien ist ein wichtiger Indikator für bestimmte Erkenntnisse. Zum Beispiel zeigt es an, ob es sich lohnt, eine Immobilie für die Vermietung bzw. eine bereits vermietete Immobilie zu kaufen. Wenn die Kaufpreise zu hoch sind, kann keine lohnenswerte Rendite mit Objekten erzielt werden. 

Die alte Faustformel für Kaufpreise

Früher galt, dass das Kaufpreis-Miete-Verhältnis in Ballungszentren nicht höher als 20 sein sollte. Berechnet wird es, indem der Kaufpreis durch die Jahresnettokaltmiete (Monatsmiete ohne Betriebskosten mal zwölf) geteilt wird. Untersuchungen zeigen, dass die Preise immer mehr auseinanderdriften.

Und das wirkt sich auch auf die Rendite aus. Auch für die Nettomieterendite gibt es eine Formel. Sie setzt Kaufpreis und Nebenkosten in Beziehung zu den erwarteten Mieteinnahmen und lag früher noch bei 5 Prozent. Heute sind oft kaum noch 3 Prozent Rendite möglich, Experten raten, von einer niedrigeren Rendite Abstand zu nehmen.

Wie entwickeln sich die Mietpreise und Kaufpreise im Detail?

Die mittleren Angebotsmieten wachsen weiterhin, jedoch etwas langsamer. Am stärksten wuchs Berlin mit einem Plus von 7,7 Prozent. In Köln und Hamburg lagen die Steigerungen bei 5,6 bzw. 3,5 Prozent. In Düsseldorf stagnierte das Wachstum, in Stuttgart gab es sogar einen kleinen Rückgang bei den Mieten.

Ganz anders die Kaufpreise von Eigentumswohnungen. Das Wachstum hier ist ungebrochen und lag bei 15 Prozent für die Mediankaufpreise. Die größte Steigerung gab es in Berlin und Hamburg. Empirica hat ermittelt, dass die Preise in einem Jahr zwischen knapp zwölf und 14 Prozent gestiegen sind, besonders im Umland.

Droht Deutschland eine Immobilienblase?

Ein seltenes Gut wird überteuert angeboten, bis die Blase irgendwann platzt. Man könnte vermuten, dass sich in Deutschland eine Immobilienblase aufgebläht hat. Ganz so einfach kann man davon nicht sprechen, doch es gibt einen wichtigen Indikator: Ist der Kaufpreis teurer als etwa 30 Jahreskaltmieten, deutet das auf eine Überhitzung des Marktes hin. Dann könnte es passieren, dass Anschlussfinanzierungen nur sehr teuer durchgeführt werden können und der Verkauf einer Immobilie nach einer Normalisierung des Marktes nur mit hohen Verlusten möglich wäre.

Foto: © Mabel Amber, Pixabay)

alternativ wohnen

Das Bild von Familie hat sich gewandelt. Die Kleinfamilie, in der Vater, Mutter und durchschnittlich zwei Kinder dauerhaft in einem Haus zusammenleben, die Kinderzimmer auch nach dem Auszug der Kleinen für Besuche weiterhin zur Verfügung stehen und alte Spielsachen auf dem Dachboden aufbewahrt werden, wird immer mehr zu einer Ausnahme. Es gibt immer mehr Vielfalt und unterschiedliche Lebensgemeinschaften. Alleinlebende, Alleinerziehende, Ältere, niemand möchte gern seine Zeit einsam und isoliert verbringen. Aus diesem Grund sind gemeinschaftliche Wohnprojekte eine gern gewählte Alternative. Es wird Zeit, öfter über diese noch wenig bekannten Gemeinschaften zu sprechen!

Alternativ wohnen: auch für die Wissenschaft interessant

Dass sich die Lebenswelten von Familien verändern, ist auch für Forschende interessant. Deshalb haben sich Mitarbeiter der Hochschule Karlsruhe und des Deutschen Jugendinstituts (DJI) eingehend mit dem Thema alternativ Wohnen beschäftigt. Ihre Motivation: herauszufinden, ob alternativ Wohnen dazu geeignet ist, Familien zu entlasten. 

Tatsache ist, dass bezahlbarer Wohnraum immer knapper wird und gleichzeitig die Ansprüche steigen. So hat die Pandemie dazu geführt, dass Familien deutlich mehr Platz für Homeoffice- und Homeschooling benötigt haben. Oft hat sie das an ihre Grenzen gebracht, denn wenn die vier Wände nicht ausreichend Patz für alle bieten und daheim gelernt und gearbeitet werden muss, wird das zu einer immensen Belastung.

Einen vielversprechenden Lösungsansatz bieten gemeinschaftliche Wohnprojekte, von denen es Schätzungen zufolge bundesweit aktuell rund 3.000 gibt. Sie wurden nun wissenschaftlich untersucht.

Was sind die Vorteile vom gemeinschaftlichen Wohnen?

Anstatt dass jeder allein für sich lebt und sich um alles kümmern muss, entsteht beim generationenübergreifenden Wohnen ein nützlicher Netzwerkeffekt, der sich auf alle positiv auswirkt. Ältere Menschen unterstützen die Familien. Die einen fühlen sich gebraucht und die anderen werden entlastet. So gewinnen alle. 60 Prozent der Befragten mit Kindern im Haushalt sind der Ansicht, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch das Wohnprojekt erleichtert wird. Nicht zu vergessen auch die Tatsache, dass sich die zwischenmenschlichen Beziehungen vervielfältigen, was gerade für die jüngeren Bewohner sehr positiv ist.

Mehr als zwei Drittel der Wohnprojekte mit Mietwohnungen sind als gemeinschaftliches Eigentum organisiert. Momentan übersteigt die Nachfrage nach solchen Wohnformen das Angebot, sodass die Rahmenbedingungen für Wohnprojekte verbessert werden sollen. Auch hiermit beschäftigen sich die Forscher.

(Foto: © Rudy und Peter Skitterians, Pixabay)

Nachbarschaft: Streit um Äste

In der Nachbarschaft kommt es gern einmal zu Konflikten. Jeder möchte seine eigenen Vorstellungen durchsetzen und doch ist man so nah beieinander, dass man sich automatisch gegenseitig beeinflusst. Häufiges Streitthema: der Bewuchs im Garten, vor allem in den angrenzenden Bereichen und hier besonders überhängende Äste.

Bäume aus der Nachbarschaft 

Der Baum des Nachbarn, der seine Äste auf das eigene Grundstück hängen lässt, kann eine Menge Arbeit machen. Immerhin lässt er Blätter und manchmal auch Früchte fallen. Wenn alles Reden nichts hilft und der Nachbar den Baum nicht beschneiden will, möchte man gern selbst zu Säge greifen und die überhängenden Äste entfernen. Das jedoch will der Nachbar in der Regel nicht, denn es ist ja sein Baum. Und durch den Beschnitt könnte auch das Absterben des Baums oder der Verlust seiner Standfestigkeit drohen.

Das BGH hat entschieden

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass die Äste trotzdem abgeschnitten werden dürfen. Hier greift das Selbsthilferecht. Anlass für das Urteil war eine 15 Meter hohe und rund 40 Jahre alte Schwarzkiefer, deren Äste schon seit zwanzig Jahren zum Nachbarn ragten, der unfreiwillig mit Nadeln und Zapfen versorgt wurde. Im Sinn der guten Nachbarschaft wurde zuerst gefragt, ob der Besitzer nicht die Äste schneiden könne, was dieser verneinte. Also schnitt der Nachbar sie selbst, was zu einer Klage führte. Der Besitzer monierte, durch den Schnitt werden die Standsicherheit des Baums beeinträchtigt. Die Vorinstanzen entschieden zu seinen Gunsten.

Der BGH sah das jedoch anders. Er betonte, dass das Selbsthilferecht keiner Verhältnismäßigkeits- oder Zumutbarkeitsprüfung unterliege. Der Besitzer trage die Verantwortung dafür, dass Äste und Zweige nicht über die Grenzen des Grundstücks hinauswachsen. Das gehört zu seinen Aufgaben im Rahmen der ordnungsgemäßen Bewirtschaftung seines Grundstücks.

Allerdings kann das Selbsthilferecht durch naturschutzrechtliche Regelungen, etwa durch Baumschutzsatzungen oder -verordnungen, eingeschränkt sein. Das war allerdings bei der Kiefer, die den Streit in der Nachbarschaft ausgelöst hatte, nicht der Fall.

(Foto: © Michael Gaida, Pixabay)