Ab Ende Mai 2026 treten in ganz Europa neue Energieausweise für Wohngebäude in Kraft. Grundlage dafür ist die überarbeitete EU-Gebäuderichtlinie, die sogenannte European Union (EPBD). Alle Mitgliedstaaten müssen diese Vorgaben in nationales Recht überführen. Ziel der neuen Regelung ist es, die Energieeffizienz von Gebäuden transparenter und besser vergleichbar zu machen.
Neue Bewertungsskala von A bis G
Die künftige Einteilung orientiert sich stärker an der bekannten Energiekennzeichnung von Haushaltsgeräten. Statt der bisherigen Spanne reicht die Skala künftig nur noch von A bis G. Die Gültigkeitsdauer eines Energieausweises bleibt weiterhin bei zehn Jahren.
Dabei steht Klasse A ausschließlich für Null-Emissions-Gebäude, während Klasse G die energetisch schwächsten Gebäude eines Landes kennzeichnet. Bereits ausgestellte Energieausweise mit den Klassen A+ bis H behalten bis zum Ablauf ihrer Gültigkeit weiterhin ihre Rechtskraft.
Wann ein Energieausweis verpflichtend ist
Ein Energieausweis ist erforderlich, wenn eine Immobilie verkauft, neu vermietet oder verpachtet wird. Er muss bereits bei der ersten Besichtigung vorliegen, außerdem müssen wichtige Kennwerte in Immobilienanzeigen angegeben werden.
Neu ist: Auch bei größeren Sanierungsmaßnahmen oder bei Verlängerungen von Mietverträgen kann ein aktueller Energieausweis notwendig werden. Das gilt beispielsweise, wenn mehr als 25 Prozent der Gebäudehülle erneuert werden. Wird kein gültiger Ausweis vorgelegt, können Bußgelder von bis zu 10.000 Euro verhängt werden. Eigentümer, die ihre Immobilie selbst nutzen, sind von dieser Pflicht ausgenommen.
Zwei Arten von Energieausweisen bleiben bestehen
Auch künftig wird es weiterhin zwei Varianten geben: den Bedarfsausweis und den Verbrauchsausweis.
Der Bedarfsausweis basiert auf dem baulichen Zustand eines Gebäudes sowie der vorhandenen Heiztechnik und ermöglicht eine unabhängige Einschätzung des Energiebedarfs.
Der Verbrauchsausweis hingegen wertet den tatsächlichen Energieverbrauch der vergangenen drei Jahre aus und wird vor allem bei größeren Mehrfamilienhäusern verwendet.
Beide Ausweisarten enthalten zusätzlich Empfehlungen zur energetischen Modernisierung.
Nationale Vorschriften bleiben bestehen
Die neuen Energieausweise ergänzen lediglich bestehende nationale Regelungen, beispielsweise das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Andere gesetzliche Vorgaben oder mögliche Sanierungspflichten ändern sich dadurch zunächst nicht.
Fazit
Mit der Reform werden Energieausweise ab 2026 einheitlicher und leichter vergleichbar – europaweit. Für Eigentümer kann es sinnvoll sein, frühzeitig den energetischen Zustand ihrer Immobilie zu überprüfen. So lassen sich mögliche Kosten, notwendige Maßnahmen und auch drohende Bußgelder besser einschätzen.
Foto © KI-generiert, ChatGPT,
20.02.2026
Angebot und Nachfrage: Wohin steuern die Immobilienpreise?
BrancheIn den großen Städten dürfte der Druck auf die Immobilienpreise auch in den kommenden Jahren weiter wachsen. Vor allem der Wohnungsneubau bleibt dort eine zentrale Herausforderung. Eine aktuelle Prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: In wirtschaftlich starken Regionen werden Wohnimmobilien bis 2035 voraussichtlich teurer. In strukturschwächeren Kreisen ist dagegen mit sinkenden Preisen zu rechnen.
Demnach steigen die Preise für Wohnimmobilien insbesondere in dynamischen Metropolräumen sowie in gut angebundenen Umlandregionen weiter. Anders sieht es in Regionen aus, die wirtschaftlich schwächer aufgestellt sind oder Einwohner verlieren: Dort dürften die Immobilienwerte kaufkraftbereinigt zurückgehen. Grundlage der Prognose ist eine datenbasierte Untersuchung, die das IW im Auftrag des Bundesverbands der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) erstellt hat. Berücksichtigt wurden Daten zu Immobilienpreisen, Bevölkerungsentwicklung, Einkommen und Arbeitsmarkt in allen 400 deutschen Kreisen.
Entscheidend ist laut Analyse weniger, ob eine Region städtisch oder ländlich geprägt ist. Viel wichtiger ist ihre wirtschaftliche Bedeutung und die Nähe zu großen Arbeitsmärkten. Regionen mit guter Anbindung und stabiler Beschäftigungslage können weiterhin mit einer positiven Entwicklung rechnen.
Besonders stark unter Druck geraten Gebiete, in denen Bevölkerungsrückgang und schwache Arbeitsmärkte zusammenkommen. Dazu zählen unter anderem viele Regionen in Ostdeutschland abseits der großen Städte, das Saarland, ländliche Kreise in Rheinland-Pfalz sowie Teile des Ruhrgebiets. In besonders betroffenen Kreisen wie dem Erzgebirgskreis, der Vulkaneifel oder Kronach könnten Immobilien bis 2035 nahezu ein Fünftel an Wert verlieren.
Zusätzliche Risiken bestehen in Regionen, die stark von der Automobilindustrie oder energieintensiven Branchen abhängig sind, etwa in Zwickau. Der Wandel hin zu klimaneutraler Produktion kann kurzfristig Arbeitsplätze und Kaufkraft belasten und damit die Nachfrage nach Wohnimmobilien abschwächen. Langfristig eröffnet die Transformation zwar neue Perspektiven, zunächst überwiegen jedoch vielerorts die Unsicherheiten.
Zu den Gewinnern zählen vor allem große Metropolregionen wie Hamburg, Berlin und Frankfurt sowie deren gut erreichbares Umland. Auch in Bayern und Baden-Württemberg profitieren nicht nur Städte, sondern teils auch ländlichere Kreise. Die stärksten Regionen könnten jährlich um mehr als zwei Prozent zulegen. Auffällig ist dabei, dass München selbst nicht zur Spitzengruppe gehört, während nahezu das gesamte Umland der Landeshauptstadt besonders positiv abschneidet. In Nordrhein-Westfalen sticht vor allem Köln hervor: Für die Domstadt erwartet die Prognose ein deutliches Wachstum.
Foto: © Monika Neumann, Pixabay
Neue Energieausweise: Diese Änderungen gelten ab Ende Mai 2026
BrancheAb Ende Mai 2026 treten in ganz Europa neue Energieausweise für Wohngebäude in Kraft. Grundlage dafür ist die überarbeitete EU-Gebäuderichtlinie, die sogenannte European Union (EPBD). Alle Mitgliedstaaten müssen diese Vorgaben in nationales Recht überführen. Ziel der neuen Regelung ist es, die Energieeffizienz von Gebäuden transparenter und besser vergleichbar zu machen.
Neue Bewertungsskala von A bis G
Die künftige Einteilung orientiert sich stärker an der bekannten Energiekennzeichnung von Haushaltsgeräten. Statt der bisherigen Spanne reicht die Skala künftig nur noch von A bis G. Die Gültigkeitsdauer eines Energieausweises bleibt weiterhin bei zehn Jahren.
Dabei steht Klasse A ausschließlich für Null-Emissions-Gebäude, während Klasse G die energetisch schwächsten Gebäude eines Landes kennzeichnet. Bereits ausgestellte Energieausweise mit den Klassen A+ bis H behalten bis zum Ablauf ihrer Gültigkeit weiterhin ihre Rechtskraft.
Wann ein Energieausweis verpflichtend ist
Ein Energieausweis ist erforderlich, wenn eine Immobilie verkauft, neu vermietet oder verpachtet wird. Er muss bereits bei der ersten Besichtigung vorliegen, außerdem müssen wichtige Kennwerte in Immobilienanzeigen angegeben werden.
Neu ist: Auch bei größeren Sanierungsmaßnahmen oder bei Verlängerungen von Mietverträgen kann ein aktueller Energieausweis notwendig werden. Das gilt beispielsweise, wenn mehr als 25 Prozent der Gebäudehülle erneuert werden. Wird kein gültiger Ausweis vorgelegt, können Bußgelder von bis zu 10.000 Euro verhängt werden. Eigentümer, die ihre Immobilie selbst nutzen, sind von dieser Pflicht ausgenommen.
Zwei Arten von Energieausweisen bleiben bestehen
Auch künftig wird es weiterhin zwei Varianten geben: den Bedarfsausweis und den Verbrauchsausweis.
Der Bedarfsausweis basiert auf dem baulichen Zustand eines Gebäudes sowie der vorhandenen Heiztechnik und ermöglicht eine unabhängige Einschätzung des Energiebedarfs.
Der Verbrauchsausweis hingegen wertet den tatsächlichen Energieverbrauch der vergangenen drei Jahre aus und wird vor allem bei größeren Mehrfamilienhäusern verwendet.
Beide Ausweisarten enthalten zusätzlich Empfehlungen zur energetischen Modernisierung.
Nationale Vorschriften bleiben bestehen
Die neuen Energieausweise ergänzen lediglich bestehende nationale Regelungen, beispielsweise das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Andere gesetzliche Vorgaben oder mögliche Sanierungspflichten ändern sich dadurch zunächst nicht.
Fazit
Mit der Reform werden Energieausweise ab 2026 einheitlicher und leichter vergleichbar – europaweit. Für Eigentümer kann es sinnvoll sein, frühzeitig den energetischen Zustand ihrer Immobilie zu überprüfen. So lassen sich mögliche Kosten, notwendige Maßnahmen und auch drohende Bußgelder besser einschätzen.
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20.02.2026
Wohneigentum: Wie Eigenkapital und Marktbedingungen die Erschwinglichkeit beeinflussen
BrancheOb sich der Kauf einer Immobilie finanziell realisieren lässt, hängt von mehreren Faktoren ab: der Situation auf dem Immobilien- und Finanzmarkt sowie vom vorhandenen Eigenkapital. Aktuell haben Kaufinteressenten bessere Chancen als noch vor einigen Monaten.
In Deutschland hat eine sinkende Erschwinglichkeit von Wohneigentum weitreichende Auswirkungen auf Vermögensaufbau, soziale Aufstiegschancen und die Generationengerechtigkeit. Darauf weist das Kiel Institut für Weltwirtschaft hin. Die Forschenden analysieren die Erschwinglichkeit aus zwei zentralen Blickwinkeln: Zum einen betrachten sie, ob Haushalte die laufenden Kosten aus Zinsen und Tilgung stemmen können. Zum anderen wird untersucht, ob genügend Eigenkapital vorhanden ist, um den nicht über Kredite finanzierten Anteil des Kaufpreises sowie Steuern und Nebenkosten zu decken.
Für ihre Auswertung werden Hypothekenzinsen, Haushaltseinkommen und Immobilienpreise miteinander in Beziehung gesetzt. Ein Ergebnis der Analyse: Die Belastung durch Hypothekenzahlungen im Verhältnis zum Einkommen hat sich zwischen 1980 und 2024 insgesamt nur gering verändert.
Auch der Interhyp-IW-Erschwinglichkeitsindex bewertet die Situation anhand ähnlicher Faktoren. Hier werden Kaufpreise, Finanzierungsbedingungen und das verfügbare Haushaltsnettoeinkommen miteinander kombiniert. Die daraus abgeleiteten Kennzahlen zeigen, wie gut sich Immobilien für Käufer tatsächlich finanzieren lassen. Demnach hat sich die Erschwinglichkeit von selbstgenutztem Wohneigentum im bundesweiten Durchschnitt innerhalb der vergangenen zwei Jahre deutlich verbessert. Allerdings bestehen weiterhin starke regionale Unterschiede. Während Immobilienkäufe in den sieben größten deutschen Metropolen weiterhin schwierig bleiben, sind sie in vielen anderen Großstädten und deren Umland wieder deutlich leichter finanzierbar.
Diese Entwicklung zeigt sich auch auf dem Immobilienmarkt selbst. Gegen Ende des Jahres 2025 verlangsamte sich der Preisanstieg in Deutschland deutlich. Die Preise für Eigentumswohnungen gaben leicht nach, während Einfamilienhäuser nur moderat teurer wurden. Gleichzeitig erholt sich der Markt nach dem starken Rückgang der Transaktionen im Jahr 2023 zunehmend: Die Zahl der Verkäufe steigt wieder an. Im Segment der Eigentumswohnungen nähern sich außerdem Angebotspreise und tatsächlich erzielte Verkaufspreise immer stärker an. Der Spielraum für Preisverhandlungen wird kleiner – zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse von ImmoScout24 und Sprengnetter.
Mehr Baugenehmigungen – kurzfristiger Effekt oder echter Aufwärtstrend?
BrancheDas Statistische Bundesamt meldet für das Jahr 2025 einen Anstieg der Baugenehmigungen für Wohnungen um 10,8 Prozent. Doch stellt diese Entwicklung bereits eine nachhaltige Trendwende dar? Klar ist: Der Bedarf an Wohnraum wächst weiter und entwickelt sich zunehmend zu einer spürbaren Wohnungsnot.
Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 238.500 Wohnungen genehmigt. Damit lag die Zahl um 23.200 Einheiten beziehungsweise 10,8 Prozent über dem Wert von 2024. Zum ersten Mal seit dem Jahr 2021 ist die Anzahl der Baugenehmigungen damit wieder gestiegen. Da Baugenehmigungen als wichtiger Frühindikator für die zukünftige Bautätigkeit gelten, wird diese Entwicklung von der Branche aufmerksam verfolgt.
Trotz dieses Anstiegs bleibt der Abstand zwischen Bedarf und Realität deutlich. Zwischen 2021 und 2025 lag der durchschnittliche Bedarf bei rund 372.600 Wohnungen jährlich. Tatsächlich wurden jedoch im Jahr 2024 lediglich 215.300 Wohnungen genehmigt – eine Differenz von mehr als 40 Prozent. Fachleute betrachten die Situation in der Bauwirtschaft daher weiterhin mit Vorsicht, sind sich aber einig: Es besteht dringender Handlungsbedarf.
„Die Zahlen sind ermutigend – aber wir dürfen jetzt nicht nachlassen“, kommentiert die Hauptgeschäftsführerin des ZIA, Zentraler Immobilien Ausschuss e.V., Aygül Özkan, die neuen Zahlen. Der Wohnungsneubau befindet sich in der Warteschleife. Die Wohnraumlücke in Deutschland bleibt dramatisch. Besonders angespannt ist die Lage in den Großstädten: In den A-Städten wurden lediglich 56 Prozent des benötigten Wohnungsneubaus realisiert. Der ZIA fordert, konsequent gegenzusteuern.
„Der leicht steigende Trend bei den genehmigten Bauanträgen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein erheblicher Teil der Vorhaben sich verzögern oder gar nicht realisiert wird. Und in Baugenehmigungen kann man nicht wohnen“, sagt Dirk Wohltorf, Präsident des Immobilienverband Deutschland IVD.
„Der Wohnungsbau scheint das Schlimmste hinter sich zu haben und auf dem Weg der Besserung zu sein. Zumindest geht es nicht weiter abwärts. (…) Die aktuellen Baugenehmigungszahlen zeigen, dass weiterhin konsequentes Handeln vonnöten ist, um für ein substanzielles Wachstum zu sorgen“, betont der Präsident des BFW, Bundesverband Freier Immobilien und Wohnungsunternehmen e.V., Dirk Salewski in Berlin.
Foto © Statistisches Bundesamt, Destatis, 2026
Der Wohnort prägt Lebenswege
Keine Kategorie„Sage mir, wo du wohnst, und ich sage dir, wer du bist.” Diese bekannte Redewendung kommt Ihnen sicher vertraut vor. Vermutlich verbinden auch Sie bestimmte Gegenden mit typischen Eigenschaften. Dass solche Einschätzungen nicht aus der Luft gegriffen sind, belegt inzwischen sogar die Forschung: In Deutschland beeinflusst der Wohnort maßgeblich die Bildungschancen.
Bildungserfolge entstehen aus einem Zusammenspiel vieler Faktoren – dazu zählen unter anderem das Geschlecht, das familiäre Umfeld sowie die soziale und ethnische Herkunft. Doch auch das Wohnumfeld spielt eine zentrale Rolle. Es prägt, welche Bildungsangebote wahrgenommen werden und welche Möglichkeiten überhaupt erreichbar erscheinen. Diese Prägung wirkt sich langfristig auf berufliche Perspektiven, Einkommen und sogar auf die Gesundheit aus. Besonders deutlich zeigt sich: Die soziale Struktur eines Viertels steht in engem Zusammenhang mit den Bildungschancen von Schülerinnen und Schülern.
Eine neue methodische Verknüpfung erlaubt es, regionale Daten mit den Informationen des Nationalen Bildungspanels (NEPS) zusammenzuführen. Grundlage dafür ist ein einheitliches Geodaten-Raster. Auf diese Weise lassen sich Einflüsse des Wohnumfelds auf Bildungswege systematisch erfassen. Vor diesem Hintergrund haben Bund und Länder das sogenannte Startchancen-Programm ins Leben gerufen, das seit dem Schuljahr 2024/25 gezielt Schulen in sozial benachteiligten Stadtteilen unterstützt.
Die Auswertung der NEPS-Daten ermöglicht es, Zusammenhänge zwischen der sozialen Lage von Wohnquartieren und den Kompetenzen sowie Bildungsbiografien von Kindern zu untersuchen. Darüber hinaus können durch die neue Datenverknüpfung auch Effekte der räumlichen Nähe oder Entfernung zu bestimmten Bildungseinrichtungen analysiert werden.
Unabhängig von wissenschaftlichen Studien wissen viele Menschen intuitiv, in welchen Gegenden sich das Leben angenehm anfühlt – und welche Orte sie eher meiden würden. Weniger bewusst ist jedoch oft, wie stark der eigene Wohnort zahlreiche Lebensbereiche beeinflusst: Gesundheit, Einkommen, Bildungserfolge der Kinder, soziale Kontakte und die allgemeine Lebensqualität.
Fazit: Es lohnt sich, den eigenen Wohnort gelegentlich kritisch zu hinterfragen. Unter Umständen kann ein Umzug die persönlichen Lebenschancen spürbar verbessern.
Foto 2 © James DeMers, Pixabay
Stillstand auf dem Mietmarkt sorgt für wachsende Starre
BrancheDer Wohnungsmarkt in Deutschland ist so angespannt wie lange nicht mehr. Das Angebot an verfügbaren Wohnungen schrumpft weiter, während Wohnungssuchende zunehmend vor verschlossenen Türen stehen. Klassische Mietangebote werden seltener, gleichzeitig ziehen die Preise an. Hinzu kommen strengere Bedingungen, etwa durch befristete Mietverträge oder möblierte Wohnungen, die den Zugang zusätzlich erschweren.
Die Studie „Sozialer Wohn-Monitor 2026“ des Pestel-Instituts lenkt den Blick auf die sozialen Folgen dieser Entwicklung. Besonders betroffen sind demnach Auszubildende, Studierende sowie immer mehr ältere Menschen, die von geringen Renten leben müssen.
Auch aktuelle Marktdaten bestätigen den Trend. Das ImmoScout24-WohnBarometer für das vierte Quartal 2025 zeigt: Die Angebotsmieten steigen weiter, während das Suchinteresse nachlässt. Vor allem Haushalte mit niedrigen Einkommen ziehen sich zunehmend vom Wohnungsmarkt zurück. Gegenüber dem Vorquartal ging die Nachfrage in den acht Metropolen um 16 Prozent zurück, in kreisfreien Städten um 23 Prozent, im Umland der Metropolen um 17 Prozent und in ländlichen Regionen um 20 Prozent. Zwar ist ein Rückgang im vierten Quartal auch aus den Vorjahren bekannt, doch lag dieser damals lediglich zwischen drei und 13 Prozent.
Zu ähnlichen Ergebnissen kommt der GREIX-Mietpreisindex. Demnach legten die Angebotsmieten in deutschen Städten zum Jahresende 2025 stärker zu als die allgemeine Inflation. Im Vergleich zum Vorquartal stiegen die Mieten im bundesweiten Durchschnitt um 1,0 Prozent, im Jahresvergleich sogar um 4,5 Prozent. Gleichzeitig nahm die Zahl der Wohnungsanzeigen spürbar ab. Auffällig ist zudem der wachsende Anteil befristeter und möblierter Angebote, der 2025 einen neuen Höchststand erreichte: Bundesweit entfielen mehr als 17 Prozent aller Inserate auf dieses Segment – also mehr als jede sechste Anzeige. In den acht größten Städten lag der Anteil bei rund 25 Prozent, in München sogar bei etwa einem Drittel.
Eine im Auftrag des Bundesbauministeriums und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) erstellte Auswertung des Instituts für Wohnen und Umwelt (IWU) bestätigt diese Entwicklung im Wesentlichen. Besonders betroffen sind Großstädte, in denen die Mietpreisbremse gilt. Die Wissenschaftler sehen einen Zusammenhang mit deren Einführung im Jahr 2015 und beobachten eine gezielte Verlagerung von Wohnungsangeboten in weniger stark regulierte und zugleich weniger transparente Marktsegmente.
Foto 1 © Rainhard Wiesinger, Pixabay
Aktuelle Entwicklungen zur Grundsteuer: Entscheidung des Bundesfinanzhofs
BrancheSeit dem 1. Januar 2025 wird die Grundsteuer in Deutschland nach den neuen gesetzlichen Vorgaben erhoben. Grundlage dafür war eine bundesweite Neubewertung sämtlicher Grundstücke, die mit erheblichem organisatorischem Aufwand verbunden war und bei der alle Eigentümer aktiv eingebunden wurden. Die konkrete Ausgestaltung der Reform sorgte bereits im Vorfeld für massive Kritik. Nun hat sich der Bundesfinanzhof erstmals dazu positioniert.
Die Grundsteuer (GrSt) ist eine Abgabe auf Grundbesitz, die von Eigentümerinnen und Eigentümern zu entrichten ist, in vielen Fällen jedoch auf Mieter:innen umgelegt werden kann. Für Städte und Gemeinden stellt sie eine der wichtigsten Einnahmequellen dar. Angesichts zahlreicher Einwände gegen das neue Bewertungsmodell sind aktuell mehrere Verfahren bei verschiedenen Gerichten anhängig.
In den nun entschiedenen Fällen hat der Bundesfinanzhof (BFH) das sogenannte Bundesmodell uneingeschränkt bestätigt und sämtliche Klagen abgewiesen. Damit behalten sowohl die neuen Bewertungsmaßstäbe als auch die darauf basierenden Steuerbescheide zunächst ihre Gültigkeit. Darauf weisen Haus & Grund Deutschland sowie der Bund der Steuerzahler Deutschland (BdSt) hin. Beide Organisationen erklärten im Anschluss, gemeinsam eine Verfassungsbeschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht unterstützen zu wollen.
„Die neue Grundsteuer ist für viele Bürger komplexer, teurer und ungerechter geworden. Wir werden deshalb die verfassungsrechtliche Prüfung der Grundsteuer in Karlsruhe vorantreiben“, kündigt Kai Warnecke, Präsident von Haus & Grund Deutschland, an.
BdSt-Präsident Reiner Holznagel betont: „Viele Steuerzahler erleben die Reform als XXL-Belastung. Wenn der Bundesfinanzhof (BFH) hier keine Grenzen setzt, sollte das Bundesverfassungsgericht prüfen, ob das Bundesmodell mit dem Gleichheitsgrundsatz vereinbar ist. Darum werden wir gemeinsam Verfassungsbeschwerde einlegen.“
Nach Ansicht der Verbände führt die Reform in vielen Kommunen zu spürbaren Steuererhöhungen – trotz der politischen Zusage einer sogenannten Aufkommensneutralität. Besonders kritisch sehen sie die starke Orientierung an Bodenrichtwerten sowie an pauschalisierten Nettokaltmieten, die vor allem Immobilien in attraktiven Lagen deutlich verteuern.
Foto: © Simon, Pixabay
Heizenergiebedarf bleibt auf konstantem Niveau
BrancheDer Bedarf an Heizenergie in Deutschland zeigt sich weiterhin stabil. Auch im Jahr 2024 heizten private Haushalte in etwa genauso viel wie im Jahr zuvor. Während sich die Kosten für Heizenergie insgesamt moderater entwickelten, verteuerte sich Fernwärme deutlich stärker als im Vorjahr. Für eine erfolgreiche Wärmewende braucht es in diesem Bereich vor allem transparente Preise und eine verlässliche Regulierung.
Mit Blick auf den Winter 2025/26 besteht kein Anlass mehr, von einer Energiekrise zu sprechen. Die Versorgung ist gesichert, dennoch bleibt das Thema präsent, da Heizenergie weiterhin kostspielig ist. Trotz der Entspannung bei den Preissteigerungen haben viele Haushalte ihr sparsames Heizverhalten aus der Zeit der Energiekrise beibehalten. Der temperaturbereinigte Heizenergieverbrauch lag 2024 nahezu auf dem Niveau des Vorjahres und damit weiterhin rund sieben Prozent unter dem Stand von 2021. Gleichzeitig sanken die CO₂-Emissionen im Wohngebäudesektor leicht. Das zeigt der aktuelle Wärmemonitor des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).
Im Vergleich zum Vorjahr verlangsamte sich der Preisanstieg bei Heizenergieträgern deutlich: Im Durchschnitt erhöhten sich die Kosten 2024 um etwa sechs Prozent, nachdem es im Jahr zuvor noch rund 20 Prozent gewesen waren. Nach dem Wegfall der staatlichen Preisbremsen verteuerte sich Fernwärme allerdings erheblich – mit einem Plus von 27 Prozent. Das hat spürbare Auswirkungen auf private Haushalte und stellt zugleich eine Herausforderung für die Wärmewende dar. Beim Heizenergieverbrauch bestehen weiterhin regionale Unterschiede: In Ostdeutschland lag der temperaturbereinigte Bedarf im Durchschnitt etwa 15 Prozent niedriger als im Westen, was vor allem auf höhere Sanierungsquoten zurückgeführt wird.
Gleichzeitig zeigt sich eine wachsende Bereitschaft vieler Eigentümerinnen und Eigentümer, ihre Heizsysteme zu modernisieren. Das Potenzial für klimaneutrale Heizlösungen in deutschen Eigenheimen ist groß, wie das „Monitoring Energiewende im Eigenheim“ der Initiative Klimaneutrales Deutschland (IKND) verdeutlicht. Laut Zensus verfügen bereits rund 25 Prozent der Hausbesitzer:innen über eine klimafreundliche Heizung. Weitere 40 Prozent planen innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Umstellung – darunter 23 Prozent auf Wärmepumpen, 15 Prozent auf Solarthermie und sechs Prozent auf Holzpellet-Heizungen.
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Deutsche Städte zwischen Herausforderung und Selbstbestimmung
BrancheWo lebt es sich in Deutschland besonders gut? Welche Städte überzeugen durch leistungsfähige Infrastrukturen, attraktive Wohnbedingungen und ein starkes Bildungsangebot? Und vor allem: Wie lässt sich diese Lebensqualität langfristig sichern?
Antworten darauf liefert das aktuelle Städteranking, das im Auftrag von WirtschaftsWoche und ImmoScout24 von IW Consult erstellt wurde. Untersucht wurden alle 71 kreisfreien Städte mit mehr als 100.000 Einwohner:innen. Bewertet wurden sie anhand der vier Themenfelder Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur, Immobilienmarkt und Lebensqualität – ergänzt um eine Analyse ihrer Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren.
Im Infrastrukturvergleich nimmt Potsdam eine Spitzenposition ein. Die brandenburgische Landeshauptstadt punktet insbesondere mit einer außergewöhnlich hohen Hochschuldichte (Platz 1). Auch der Zustand von Brücken, Autobahnen und Bundesstraßen schneidet überdurchschnittlich gut ab (Platz 2). Darüber hinaus verfügt Potsdam über eine starke MINT-Forschungslandschaft sowie eine solide Glasfaseranbindung (jeweils Platz 5).
Auf Rang zwei folgt Regensburg, das vor allem in den Bereichen Bildung und Klimaschutz überzeugt. Den dritten Platz sichert sich Ingolstadt, das gleich bei mehreren Einzelkriterien Bestwerte erzielt – insbesondere bei der digitalen und elektrischen Infrastruktur. Dazu zählen unter anderem die Gigabitversorgung von Schulen, der Glasfaserausbau und die hohe Dichte an Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Am unteren Ende des Infrastrukturindex finden sich Duisburg (Platz 69), Salzgitter (Platz 70) und Hamm (Platz 71).
Dass sich die Ergebnisse des Städterankings jährlich verändern, ist Ausdruck einer hohen Dynamik. Viele Einflussfaktoren liegen außerhalb der direkten Steuerungsmöglichkeiten der Kommunen. Umso wichtiger ist der strategische Umgang mit zukünftigen Herausforderungen – denn Städte sind sowohl Treiber als auch Leidtragende aktueller Entwicklungen.
„In den Städten werden die meisten Treibhausgasemissionen durch Wohnen, Mobilität und wirtschaftliche Aktivitäten ausgestoßen. Zugleich sind die Auswirkungen der Klimakrise durch Extremwetter, Hitzeinseln usw. besonders in den Städten spürbar. Andererseits können dort Impulse für neue innovative soziale Praktiken und Technologien entstehen und auch skaliert werden. Städte können hier viel ausrichten“, sagt Prof. Mario Tvrtkovic von der Hochschule Coburg.
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Gebäudetyp E: Einfach bauen – konsequent und zukunftsorientiert
BrancheDass Politik, Verbände und Architektenschaft an einem Strang ziehen, kommt nicht oft vor. Umso bemerkenswerter ist der breite Konsens darüber, dass einfacheres Bauen ein entscheidender Schlüssel für die Zukunft ist. Vor allem der Wohnungsmarkt und Bauherren könnten davon spürbar profitieren.
In Deutschland soll Bauen künftig unkomplizierter, kostengünstiger und zügiger möglich sein. Der sogenannte Gebäudetyp E spielt dabei eine zentrale Rolle. Sein Ansatz: Der bewusste Verzicht auf zahlreiche Baustandards, die rechtlich nicht zwingend vorgeschrieben sind. Diese Reduktion eröffnet erhebliche Einsparpotenziale bei den Baukosten.
Ziel ist es, dass Vertragspartner den Gebäudetyp E künftig unkompliziert und rechtssicher vereinbaren können. Gleichzeitig soll er sich als praxistaugliche Bauweise etablieren. Grundlage dafür ist ein gemeinsames Eckpunktepapier des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz sowie des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.
Die Bundesarchitektenkammer (BAK) bewertet die Eckpunkte zur zivilrechtlichen Absicherung des einfachen Bauens positiv und kündigt an, sich aktiv am weiteren Beteiligungsverfahren zu beteiligen. Zugleich macht sie deutlich, dass auch die Bundesländer diesen Reformprozess unterstützen müssen. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung kommt von der Bauministerkonferenz: Sie erweitert die Musterbauordnung um einen Umbauparagrafen, der Abweichungen nicht nur im Neubau, sondern vor allem im Gebäudebestand erleichtern soll.
Auch das Deutsche Institut für Normung (DIN) steht hinter den bisherigen Initiativen und begrüßt die neue Entwicklung. Das Eckpunktepapier enthält zahlreiche Ansätze zur Senkung der Baukosten. Viele davon – etwa kompaktere Gebäudeformen oder eine bewusst reduzierte Ausstattung – lassen sich bereits heute umsetzen, ohne bestehende Normen oder technische Regeln zu verändern. Gleichzeitig bleibt klar: DIN-Normen werden auch künftig eine wichtige Grundlage des Bauens sein.
Positive Resonanz kommt ebenfalls vom Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW. Er begrüßt ausdrücklich, dass die Bundesregierung nun konkrete Eckpunkte zum Gebäudetyp E vorgelegt hat. Damit werden zentrale Forderungen des Verbandes aufgegriffen, die auf mehr Einfachheit, höhere Rechtssicherheit und eine bessere Kosteneffizienz im Bauwesen abzielen.
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