Übersicht mit Checkliste, Verwaltervertrag, Schlüsseln und Laptop zum Thema Auswahl einer Hausverwaltung für die WEG

Zuletzt aktualisiert: 3. Juli 2026 · Lesezeit: ca. 6 Minuten · Autor: R.E. Immo GmbH

Worauf sollten Eigentümer bei der Wahl einer Hausverwaltung für die WEG achten?

Bei der Auswahl einer Hausverwaltung für eine Wohnungseigentümergemeinschaft entscheiden sieben nachweisbare Kriterien: Zertifizierung nach § 26a WEG, gültige § 34c GewO-Erlaubnis, VDIV- oder BVI-Mitgliedschaft, ausreichender Versicherungsschutz (Vertrauensschadens- und Haftpflichtversicherung), dokumentierte WEG-Erfahrung mit Referenzen, transparente Digitalisierung mit getrennten Konten und eine regionale Erreichbarkeit mit werktäglicher Präsenz. Seit dem 1. Dezember 2023 darf sich nur zertifizierter WEG-Verwalter nennen, wer eine IHK-Sachkundeprüfung erfolgreich abgelegt hat (§ 26a Abs. 1 WEG). Wird ein nicht-zertifizierter Verwalter bestellt, kann der Beschluss nach Auskunft der IHK gerichtlich angefochten werden.

Warum die Auswahl der WEG-Verwaltung 2026 wichtiger ist als je zuvor

Die WEG-Reform, die neue Zertifizierungspflicht nach § 26a WEG und steigende Anforderungen an Digitalisierung und Klimaschutz haben das Berufsbild der Hausverwaltung grundlegend verändert. Der Markt ist zugleich in Bewegung: Laut dem VDIV-Branchenbarometer 2025 planen WEG-Verwaltungen für 2025 durchschnittliche Preisanpassungen von rund 12 Prozent, bei kleinen Objekten bis zu 17 Prozent, und rechnen mit einem Umsatzplus von 7,8 Prozent. Preisdruck und Fachkräftemangel treffen dabei auf mehr Regulierung – ein Umfeld, in dem die falsche Verwalterwahl schnell zu Rechtsstreit, Nachforderungen und einem verlorenen Wirtschaftsjahr führen kann.

Für Wohnungseigentümer in Baden-Württemberg – von Mannheim bis Stuttgart – bedeutet das: Es reicht 2026 nicht mehr, das günstigste Angebot zu bestellen. Die Bestellung muss den gesetzlichen Anforderungen genügen, wirtschaftlich seriös kalkuliert sein und in der Praxis auch technisch, kaufmännisch und rechtlich funktionieren. Die folgenden sieben Kriterien machen aus einer Bauchentscheidung eine dokumentierbare Auswahl.

Kriterium 1: Zertifizierung nach § 26a WEG

Seit dem 1. Dezember 2023 haben Wohnungseigentümer nach § 19 Abs. 2 Nr. 6 WEG einen durchsetzbaren Anspruch auf die Bestellung eines zertifizierten Verwalters – von wenigen Ausnahmen für sehr kleine WEGs abgesehen. Wer sich zertifizierter Verwalter nennen will, muss dazu vor einer Industrie- und Handelskammer eine Sachkundeprüfung ablegen, die – so die IHK Darmstadt Rhein Main Neckar – „rechtliche, kaufmännische und technische Kenntnisse für die Verwaltung von Wohnungseigentum“ bestätigt (§ 26a Abs. 1 WEG). Die Pflicht trifft alle Personen, die aktiv verwaltend tätig sind – also insbesondere die Versammlungsleitung und diejenigen, die Entscheidungen als Verwalter treffen.

Wichtig für den Beschluss der Eigentümerversammlung: Wird ein nicht-zertifizierter Verwalter bestellt, kann dies laut IHK gerichtlich angefochten werden. Wer sich absichern will, verlangt vom Bewerber ein IHK-Prüfungszeugnis oder – bei Bestandsverwaltern – den Nachweis einer nach § 7 ZertVerwV anerkannten gleichwertigen Qualifikation (Immobilienkaufmann/-frau, geprüfter Immobilienfachwirt, immobilienwirtschaftliches Hochschulstudium, Volljurist). R.E. Immo dokumentiert diesen Nachweis öffentlich auf der Seite zertifizierter WEG-Verwalter nach § 26a WEG.

Gewusst?

Die Zertifizierung nach § 26a WEG ist personengebunden, nicht firmengebunden. Wenn eine Verwaltung nur einen einzigen zertifizierten Mitarbeiter beschäftigt und dieser das Unternehmen verlässt, verliert die WEG faktisch ihren zertifizierten Ansprechpartner. Fragen Sie deshalb, wie viele zertifizierte Verwalter im Haus tätig sind und wer konkret Ihre Versammlungen leiten wird.

Kriterium 2: § 34c GewO-Erlaubnis und Verbandsmitgliedschaft

Die Erlaubnis nach § 34c GewO ist die gewerberechtliche Grundlage jeder gewerblichen Immobilienverwaltung. Sie wird von der örtlichen Gewerbebehörde erteilt (die zuständige IHK wird im Verfahren angehört) und ist an persönliche Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse geknüpft. Eine gültige § 34c-Erlaubnis kann jederzeit als Kopie angefordert werden.

Ergänzend zeigt die Mitgliedschaft in einem der beiden großen Berufsverbände – VDIV Deutschland (Verband der Immobilienverwalter Deutschland) oder BVI (Bundesfachverband der Immobilienverwalter e.V.) –, dass sich eine Verwaltung freiwillig an branchenspezifischen Standards ausrichten lässt, die in den Statuten und Verhaltensrichtlinien der jeweiligen Verbände beschrieben sind (etwa Weiterbildung und Berufsethik). R.E. Immo ist Mitglied in beiden Verbänden (VDIV und BVI). Für Sie als Eigentümer ist das ein zusätzliches Qualitätssignal jenseits der IHK-Prüfung.

Kriterium 3: Versicherungsschutz – Vertrauensschaden und Haftpflicht

Eine WEG-Verwaltung verwaltet fremdes Geld, führt Konten mit sechs- bis siebenstelligen Rücklagen und trifft Entscheidungen mit erheblicher finanzieller Tragweite. Der Versicherungsschutz ist deshalb kein Nebenpunkt, sondern eines der wichtigsten Auswahlkriterien.

  • Vertrauensschadenversicherung: Schützt vor vorsätzlichen Vermögensschäden durch Mitarbeitende oder Geschäftsführung. Über die VDIV-Mitgliedschaft bringt R.E. Immo eine Deckung von 2.000.000 Euro mit.
  • Sachschadens-Haftpflichtversicherung: Deckt Fehler bei Verwaltungshandlungen ab. R.E. Immo weist hier eine Deckungssumme von 1.000.000 Euro aus.
  • Büro-Haftpflicht mit Sachschutz: Absicherung der Betriebstätigkeit – bei R.E. Immo bis 10.000.000 Euro versichert.

Verlangen Sie Kopien der aktuellen Versicherungsscheine oder eine Bestätigung des Versicherers. Bewerber, die hier ausweichen, sind für eine Bestellung nicht geeignet.

Kriterium 4: Nachweisbare WEG-Erfahrung und Referenzen

Erfahrung lässt sich zählen und lokalisieren. Fragen Sie konkret: Wie viele Verwaltungseinheiten betreut das Haus? Seit wann ist die Firma am Markt? Wie groß ist die kleinste und die größte betreute Anlage? Wie viele Objekte werden in Ihrer Region verwaltet? R.E. Immo begleitet seit 1984 Wohnungseigentümergemeinschaften und Vermieter in Baden-Württemberg und betreut aktuell rund 6.650 Verwaltungseinheiten (Stand: Mai 2024) – vom Zwei-Parteien-Haus bis zur Anlage mit 187 Einheiten.

Eine belastbare Referenzenliste nennt Objekte nach Größe, Region und Betreuungsdauer. Achten Sie darauf, ob langfristige Mandate ausgewiesen sind: Beziehungen, die 20 Jahre und länger halten – bei R.E. Immo etwa seit 1998 in Ludwigshafen – sind ein starkes Qualitätssignal, weil WEGs mit einer schlechten Verwaltung nach spätestens einem Wirtschaftsjahr wechseln.

Kriterium 5: Digitalisierung, Transparenz und Konto-Trennung

Der VDIV nennt in seiner Analyse zur Verwaltervergütung ausdrücklich die Digitalisierung als einen der Kostentreiber, für die viele Verwaltungen ihre Regelsätze anheben mussten. Für die Eigentümer ist Digitalisierung aber vor allem eines: nachprüfbare Transparenz. Fragen Sie nach:

  • Getrennte Treuhandkonten pro Objekt: Jedes Objekt sollte ein eigenes Konto haben, kein Sammelkonto der Verwaltung. R.E. Immo führt dafür kostenlose Einzelkonten bei der Deutschen Kreditbank AG.
  • Online-Zugang für den Verwaltungsbeirat: Beiratsmitglieder sollten jederzeit Kontostände, Buchungen und Belege einsehen können.
  • Digitale Eigentümerversammlung: Seit der WEG-Reform sind hybride und virtuelle Versammlungen zulässig – prüfen Sie, ob die Verwaltung dies anbietet und wie. R.E. Immo bietet die digitale Eigentümerversammlung als eigenes Format an.
  • Fristen für Protokolle: Ein Versammlungsprotokoll sollte innerhalb weniger Werktage vorliegen – nicht erst nach Wochen.

Kriterium 6: Regionale Präsenz und Erreichbarkeit

Ein zentralisierter Anbieter mit einem einzigen Standort in Norddeutschland wird eine Eigentümerversammlung in Heidelberg kaum kurzfristig besetzen können. Regionale Präsenz bedeutet: kurze Wege zur Anlage, ein Notdienst außerhalb der Bürozeiten und die Möglichkeit, einen persönlichen Ansprechpartner tatsächlich zu treffen.

R.E. Immo verteilt sich mit sechs Standorten über Baden-Württemberg: Hauptsitz in Leutenbach sowie Büros in Mannheim, Heidelberg, Weinheim, Stuttgart und Leonberg. Ein 24/7-Notdienst deckt Abende, Wochenenden und Feiertage ab – ein Standardanspruch für jede professionelle WEG-Verwaltung. Prüfen Sie im Bewerbergespräch, ob eine feste Person Ihr Objekt betreut und wie ihre Vertretung geregelt ist.

Kriterium 7: Vertragsgestaltung und Preisniveau

Der Verwaltervertrag ist rechtlich an die Bestellung geknüpft, sollte aber inhaltlich davon getrennt betrachtet werden. Achten Sie auf klare Leistungsabgrenzung (Grundvergütung versus Sondervergütungen), auf die Laufzeit (die Bestellzeit ist gesetzlich begrenzt – bei erster Bestellung nach Begründung von Wohnungseigentum auf höchstens drei Jahre, sonst auf höchstens fünf Jahre, § 26 Abs. 2 WEG) und auf eine faire Kündigungsregelung.

Beim Preisniveau lohnt ein Realitätscheck: Laut VDIV-Branchenbarometer 2024 waren für das Jahr 2024 Anhebungen der Regelsätze von 10,4 Prozent (Neuobjekte) und 16,4 Prozent (kleine Objekte bis zehn Einheiten) geplant; das VDIV-Branchenbarometer 2025 weist für 2025 durchschnittliche Preisanpassungen von rund 12 Prozent, bei kleinen Objekten bis zu 17 Prozent, aus. Wer 2026 in Baden-Württemberg deutlich unter dem Marktdurchschnitt anbietet, spart erfahrungsgemäß am Personal, an der Zertifizierung oder an der Digitalisierung – oder er streicht Leistungen aus dem Grundvertrag und verrechnet sie über Sondervergütungen.

Gewusst?

Ein Verwaltervertrag kann eine Probezeit vorsehen. Sinnvoller als die Verhandlung um wenige Euro pro Einheit ist eine erste kurze Vertragslaufzeit von einem Wirtschaftsjahr mit anschließender Verlängerungsoption – so kann die WEG die Zusammenarbeit an konkreten Ergebnissen messen.

Die vier Belege, die Sie vor der Bestellung schriftlich anfordern sollten

Bevor die Eigentümerversammlung über die Bestellung beschließt, sollten dem Verwaltungsbeirat vier Dokumente in Kopie vorliegen:

  1. IHK-Prüfungszeugnis nach § 26a WEG oder Nachweis einer nach § 7 ZertVerwV anerkannten gleichwertigen Qualifikation.
  2. Bestätigung der Mitgliedschaft in VDIV oder BVI (Mitgliedsurkunde oder Verbandsbescheinigung).
  3. Kopie der § 34c GewO-Gewerbeerlaubnis der zuständigen IHK.
  4. Nachweis der Vertrauensschadens- und Haftpflichtversicherung mit Angabe der Deckungssummen.

Wer diese vier Dokumente auf Anfrage nicht binnen weniger Werktage bereitstellen kann, ist für die Bestellung nicht bereit. Weitere Vorteile einer professionellen Hausverwaltung – etwa getrennte DKB-Treuhandkonten und mögliche Kosteneinsparungen im Energiebereich – ergeben sich erst nach dieser Prüfung als Zusatzargument.

Häufige Fehler bei der Verwalterauswahl

  • Nur den Preis vergleichen: Wer nur die Grundvergütung vergleicht, übersieht die Sondervergütungen. Fordern Sie eine Beispielrechnung für ein typisches Wirtschaftsjahr.
  • Auf mündliche Zusagen vertrauen: Zertifizierung, Versicherung und Verbandsmitgliedschaft müssen schriftlich belegt sein.
  • Referenzen nicht anrufen: Zwei oder drei kurze Telefonate mit Beiräten aus vergleichbaren WEGs geben mehr Aufschluss als jedes Hochglanzangebot.
  • Kein persönliches Vorstellungsgespräch: Eine Bestellung ohne persönliches Kennenlernen des künftigen Objektbetreuers ist zwar möglich, in der Praxis aber riskant – bereits ein 30-minütiges Vorstellungsgespräch klärt Erreichbarkeit, Betreuungsschlüssel und Arbeitsweise wesentlich besser als jedes Angebotsdokument.

So begleitet R.E. Immo Ihre WEG bei der Verwalterauswahl

Als seit 1984 tätige, VDIV- und BVI-Mitglieds-Verwaltung mit sechs Standorten in Baden-Württemberg – Leutenbach, Mannheim, Heidelberg, Weinheim, Stuttgart und Leonberg – erfüllt R.E. Immo jedes der sieben Kriterien nachweisbar. Aktuell betreuen 22 qualifizierte Mitarbeiter rund 6.650 Verwaltungseinheiten in Objekten von zwei bis 187 Einheiten. Die Zertifizierungen (§ 26a WEG, § 34c GewO, IHK-Prüfung), Verbandsmitgliedschaften (VDIV, BVI) und Versicherungsdeckungen (1 / 2 / 10 Mio. Euro) sind auf unserer Seite zertifizierter WEG-Verwalter nach § 26a WEG öffentlich dokumentiert. Details zur eigentlichen Leistung finden Sie auf unserer WEG-Verwaltung-Seite.

Vergleichsangebot für Ihre WEG anfordern

Sie stehen als Beirat oder Eigentümer vor der Auswahl einer neuen Hausverwaltung? Übermitteln Sie uns Anzahl der Einheiten, Baujahr, Standort und den gewünschten Leistungsumfang. Sie erhalten innerhalb weniger Werktage einen schriftlichen Vorschlag mit klarer Leistungsabgrenzung – inklusive aller Zertifikats-, Versicherungs- und Verbandsnachweise als Anlage.

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R.E. Immo GmbH · Hauptsitz Leutenbach · Büros in Mannheim, Heidelberg, Weinheim, Stuttgart und Leonberg · Tel. 07195 412408-0 · info@re-immo.de

Häufig gestellte Fragen zur Auswahl einer WEG-Verwaltung

Wer entscheidet in der WEG über die Auswahl der neuen Hausverwaltung?

Die Bestellung des Verwalters ist eine Aufgabe der Eigentümerversammlung und wird nach § 26 WEG mit einfacher Mehrheit beschlossen. Der Verwaltungsbeirat bereitet die Auswahl vor, holt Angebote ein und stellt der Versammlung eine Empfehlung – die eigentliche Entscheidung treffen die Eigentümer mit ihren Stimmen.

Muss die neue WEG-Verwaltung zertifiziert sein?

Seit dem 1. Dezember 2023 haben die Wohnungseigentümer nach § 19 Abs. 2 Nr. 6 WEG einen Anspruch auf die Bestellung eines zertifizierten Verwalters; die Voraussetzungen der Zertifizierung selbst regelt § 26a WEG. Wird ein nicht-zertifizierter Verwalter bestellt, kann der Beschluss laut IHK gerichtlich angefochten werden. Anerkannte gleichwertige Qualifikationen (§ 7 ZertVerwV) ersetzen die IHK-Prüfung – etwa Immobilienkaufmann/-frau, geprüfter Immobilienfachwirt oder ein immobilienwirtschaftliches Hochschulstudium.

Was kostet eine seriöse WEG-Verwaltung 2026?

Nach dem VDIV-Branchenbarometer 2025 planen WEG-Verwaltungen für das laufende Jahr durchschnittliche Preisanpassungen von rund 12 Prozent, bei kleinen Objekten bis zu 17 Prozent – ausgelöst durch steigende Personalkosten, neue gesetzliche Anforderungen und den Digitalisierungsaufwand. Ein belastbares Angebot enthält neben der Grundvergütung pro Einheit und Monat auch einen Mindestumsatz pro Anlage sowie klar abgegrenzte Sondervergütungen.

Wie lange darf ein Verwaltervertrag maximal laufen?

§ 26 Abs. 2 WEG begrenzt die Bestellzeit: bei der ersten Bestellung nach Begründung von Wohnungseigentum – der Ersterrichtung der WEG durch den Bauträger – auf höchstens drei Jahre, in allen anderen Fällen auf höchstens fünf Jahre. Der Verwaltervertrag ist rechtlich an die Bestellung geknüpft und endet spätestens mit ihr.

Kann die WEG den Verwalter jederzeit abberufen?

Ja. Nach § 26 Abs. 3 WEG kann der Verwalter jederzeit durch Beschluss der Eigentümerversammlung abberufen werden – der Verwaltervertrag endet spätestens sechs Monate nach der Abberufung. Ein wichtiger Grund ist für die Abberufung nicht mehr erforderlich.

Welche Unterlagen sollte man vor der Bestellung schriftlich verlangen?

Vier Dokumente in Kopie: das IHK-Prüfungszeugnis nach § 26a WEG (oder einen Nachweis nach § 7 ZertVerwV), die § 34c GewO-Gewerbeerlaubnis, die Verbandsmitgliedschaft (VDIV oder BVI) und Nachweise über Vertrauensschadens- und Haftpflichtversicherung mit Deckungssummen.

Reicht ein einziger Standort in der Region aus?

Für eine WEG in Baden-Württemberg sollte die Verwaltung mit einem Büro innerhalb pendelbarer Entfernung präsent sein und werktäglich sowie in Notfällen erreichbar sein. R.E. Immo betreibt aus diesem Grund sechs Standorte in Baden-Württemberg mit 24/7-Notdienst.

Quellen

Aufschlüsselung der monatlichen Kosten einer WEG-Verwaltung pro Einheit

Zuletzt aktualisiert: 21. Juni 2026 · Lesezeit: ca. 12 Minuten · Autor: R.E. Immo GmbH

Was kostet eine professionelle WEG-Verwaltung 2026?

Eine professionelle WEG-Verwaltung kostet in Deutschland 2026 typischerweise zwischen 25 und 50 Euro brutto pro Einheit und Monat. Die aktuelle Verwalterentgeltstudie 2026 weist durchschnittliche Basissätze zwischen 29,75 Euro und 47,60 Euro brutto pro Einheit und Monat aus – je nach Größe der Anlage. In Baden-Württemberg bewegen sich seriöse Angebote für mittelgroße Gemeinschaften (10 bis 30 Einheiten) erfahrungsgemäß im Korridor von 28 bis 38 Euro brutto. Hinzu kommen ein Mindestumsatz pro Anlage sowie Sondervergütungen für Einzelleistungen außerhalb des Standardkatalogs.

Aktuelle Preisspannen 2026 für die WEG-Verwaltung

Die Vergütung einer WEG-Verwaltung wird in nahezu allen seriösen Modellen pro Wohneinheit und Monat abgerechnet. Pauschalpreise für ganze Objekte sind die Ausnahme. Maßgeblich ist die Größe der Wohnungseigentümergemeinschaft, da sich der Verwaltungsaufwand pro Einheit mit zunehmender Objektgröße verteilt.

Die folgenden Spannen orientieren sich an der Verwalterentgeltstudie 2026, die regelmäßig in Kooperation der Branchenverbände BVI und IVD veröffentlicht wird, sowie am VDIV-Branchenbarometer 2024.

Objektgröße Preisspanne brutto / Einheit / Monat Jährlich pro Einheit
Kleine WEG (bis 10 Einheiten) 32 – 50 € 384 – 600 €
Mittlere WEG (10 – 30 Einheiten) 28 – 38 € 336 – 456 €
Größere WEG (30 – 80 Einheiten) 25 – 32 € 300 – 384 €
Sehr große WEG (ab 80 Einheiten) 22 – 28 € 264 – 336 €

Angaben brutto inkl. 19 % USt., Richtwerte für 2026. Quellen: Verwalterentgeltstudie 2026 (Haufe, BVI, IVD), VDIV-Branchenbarometer 2024, ergänzt um Marktbeobachtungen für Baden-Württemberg.

Wer die Bandbreite einordnen möchte, sollte zwei Kennzahlen aus der Verwalterentgeltstudie 2026 kennen. Erstens: Die durchschnittlichen Basissätze für die WEG-Verwaltung liegen je nach Größe der Anlage zwischen 29,75 Euro und 47,60 Euro brutto pro Einheit und Monat. Zweitens, und für kleine Gemeinschaften besonders relevant: Der mittlere Mindestumsatz pro Anlage liegt unverändert bei 357 Euro brutto – ein Wert, den seriöse Verwaltungen unabhängig von der reinen Multiplikation aus Einheitenzahl und Einheitensatz benötigen, um die gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben kostendeckend zu erbringen.

Gewusst?

Eine WEG mit nur 6 Einheiten zu 28 € brutto käme rechnerisch auf 168 € pro Monat. Da seriöse Verwaltungen jedoch einen Mindestumsatz von rund 357 € pro Anlage benötigen, ergibt sich für sehr kleine Gemeinschaften häufig ein höherer Effektivsatz pro Einheit. Das ist kein Aufschlag, sondern die ehrliche Abbildung des Aufwands.

Diese Faktoren bestimmen den Preis pro Einheit

Die Vergütung einer WEG-Verwaltung ist kein Listenpreis, sondern das Ergebnis mehrerer Stellschrauben. Wer Angebote vergleicht, sollte die folgenden Größen kennen.

  • Anzahl der Einheiten: Je mehr Einheiten, desto niedriger der Satz pro Einheit. Eine WEG mit 80 Einheiten liegt typischerweise 10 bis 20 Euro unter einer WEG mit 8 Einheiten.
  • Alter und Zustand des Gebäudes: Sanierungsbedürftige Objekte verursachen mehr technische und kaufmännische Vorgänge, weil sich Beschlussfassungen, Handwerkerkoordination und Versicherungsfälle häufen.
  • Leistungsumfang: Der branchenübliche Standardkatalog umfasst kaufmännische, technische und allgemeine Verwaltung. Alles darüber hinaus – etwa Sondereigentumsverwaltung, Mahnverfahren, Einberufung außerordentlicher Eigentümerversammlungen – wird gesondert berechnet.
  • Vertragsalter: Bestandsverträge sind systematisch günstiger als Neuverträge. BVI-Präsident Thomas Meier formulierte es in der Verwalterentgeltstudie 2026 so: „Neuverträge liegen im Schnitt fünf Euro netto über Bestandsverträgen, in der GdWE-Verwaltung beträgt der Unterschied bei einem Viertel der Unternehmen fast zwölf Euro brutto pro Einheit.“ Wer 2026 wechselt, zahlt also messbar mehr als wer einen alten Vertrag weiterführt.
  • Qualifikation des Verwalters: Seit dem 1. Dezember 2023 dürfen WEGs gemäß § 19 Abs. 2 Nr. 6 WEG einen zertifizierten WEG-Verwalter nach § 26a WEG verlangen. Diese Qualifikation ist mit laufenden Fortbildungspflichten verbunden, die sich im Honorar abbilden.
  • Region: In Ballungsräumen wie Stuttgart, Mannheim oder Heidelberg liegen die Sätze oberhalb des Bundesdurchschnitts. Im ländlichen Raum sind sie tendenziell niedriger, allerdings ist dort auch die Verwalterdichte geringer.

Was in der monatlichen WEG-Vergütung enthalten ist

Hinter dem Satz pro Einheit verbirgt sich ein gesetzlich definierter Leistungskatalog. Eine seriöse Verwaltung erbringt für ihre Vergütung die folgenden Standardleistungen, die sich aus dem WEG ergeben und in der WEG-Verwaltung der R.E. Immo GmbH gebündelt enthalten sind.

Kaufmännische Verwaltung

  • Führung eines separaten Bankkontos pro Gemeinschaft, getrennt vom Verwaltervermögen
  • Erstellung des Wirtschaftsplans und der Jahresabrechnung
  • Steuerbescheinigungen nach § 35a EStG für haushaltsnahe Dienstleistungen
  • Verwaltung der Instandhaltungsrücklage
  • Zahlungsverkehr inkl. Überwachung von Hausgeldzahlungen

Technische Verwaltung

  • Regelmäßige Objektbegehungen mit Dokumentation
  • Beauftragung und Koordination von Handwerkern bei Reparaturen
  • Vertragsverhandlung und -kontrolle mit Versorgern, Versicherern, Dienstleistern
  • Meldungen an Versorger zu Zählerständen

Allgemeine Verwaltung

  • Vorbereitung, Einberufung und Protokollführung der Eigentümerversammlung – in der Regel quartalsweise oder mindestens einmal jährlich
  • Umsetzung der gefassten Beschlüsse
  • Korrespondenz mit Eigentümern, Mietern und Behörden
  • Führung der Beschlusssammlung

Welche dieser Leistungen tatsächlich vollumfänglich enthalten sind, unterscheidet sich erheblich von Anbieter zu Anbieter. Eine gute Faustregel: Was in der Verwaltervergütung nicht ausdrücklich genannt wird, wird im Zweifel als Sonderleistung abgerechnet. Eine ausführliche Übersicht zu den Vorteilen einer professionellen Hausverwaltung zeigt, welche Leistungen über den gesetzlichen Mindestumfang hinausgehen.

Zusatzleistungen und Sondervergütungen

Sondervergütungen für Zusatzleistungen sind ein zunehmend wichtiger Bestandteil der Verwalterhonorierung. Laut VDIV-Branchenbarometer 2024 machte die Sondervergütung für Zusatzleistungen 2023 durchschnittlich 6,1 Prozent des Umsatzes einer Verwaltung aus – mit steigender Tendenz. Das deckt sich mit der Aussage von Markus Jugan, IVD-Vizepräsident, der im Rahmen der Verwalterentgeltstudie 2026 erklärte: „Die Studie zeigt, dass der Markt auf steigende Anforderungen mit einer differenzierteren Vergütung reagiert.“

Typische Posten, die außerhalb des monatlichen Grundhonorars stehen:

  • Außerordentliche Eigentümerversammlungen – meist als Pauschale pro Versammlung
  • Mahnverfahren und Hausgeldklagen – nach Zeitaufwand oder Pauschale je Vorgang
  • Sondereigentumsverwaltung (SEV): Wer eine vermietete Eigentumswohnung innerhalb einer WEG hat, beauftragt häufig dieselbe Verwaltung mit der SEV. Laut Verwalterentgeltstudie 2026 liegt der Satz bei knapp 42 Euro brutto pro Einheit und Monat, sofern die Eigentümergemeinschaft in Kombination verwaltet wird.
  • Begleitung größerer Sanierungsmaßnahmen – meist als Prozentsatz der Bausumme
  • Energie- und Versorgeroptimierung – teils auf Erfolgsbasis, teils pauschal
  • Digitalisierungsleistungen wie Eigentümerportal, digitales Belegeinsichtrecht, virtuelle Versammlungen nach § 23 Abs. 1a WEG

Gewusst?

Die R.E. Immo GmbH führt für jede betreute WEG ein getrenntes und kostenloses Bankkonto bei der Deutschen Kreditbank AG. Kontoführungsgebühren, die andere Anbieter über Pauschalen oder Aufschläge weitergeben, fallen damit für die Gemeinschaft nicht an.

WEG-Verwaltung Kosten in Baden-Württemberg: Richtwerte für Stuttgart, Mannheim und Heidelberg

Die Verwalterentgeltstudie 2026 weist Bundeswerte aus, regionale Unterschiede schlagen jedoch erheblich durch. In Baden-Württemberg, insbesondere in den Großstadtregionen Stuttgart, Mannheim und Heidelberg, liegen die Sätze für die WEG-Verwaltung systematisch oberhalb des Bundesdurchschnitts. Gründe sind die höheren Lohnkosten qualifizierter Verwaltungsmitarbeiter sowie die größere durchschnittliche Komplexität der Objekte (Altbaubestand, gemischte Nutzung, gestiegene technische Standards).

Region in Baden-Württemberg WEG-Verwaltung mittlere Objekte (10–30 Einheiten)
Stuttgart 30 – 42 € brutto / Einheit / Monat
Mannheim 28 – 38 € brutto / Einheit / Monat
Heidelberg 30 – 40 € brutto / Einheit / Monat
Weinheim / Leonberg / Leutenbach (Umland) 26 – 35 € brutto / Einheit / Monat

Richtwerte für 2026 auf Basis der Verwalterentgeltstudie 2026 sowie der Marktbeobachtungen der R.E. Immo GmbH aus über 40 Jahren Tätigkeit in Baden-Württemberg.

Wichtig: Diese Spannen sind Orientierungswerte für mittelgroße Wohnungseigentümergemeinschaften mit Standardleistungsumfang. Kleinere Gemeinschaften liegen am oberen Ende oder darüber, sehr große Anlagen am unteren Ende. Auch innerhalb derselben Stadt unterscheiden sich Angebote vergleichbarer Verwaltungen erfahrungsgemäß um 15 bis 25 Prozent.

Warum sehr günstige Angebote häufig teuer werden

Wer im Internet sucht, findet Angebote für WEG-Verwaltung ab 19 oder 20 Euro pro Einheit und Monat. Solche Sätze klingen attraktiv, sind aber bei ehrlicher Kalkulation kaum kostendeckend zu erbringen – der bereits genannte Mindestumsatz von 357 Euro brutto pro Anlage aus der Verwalterentgeltstudie 2026 macht das deutlich. In der Praxis zeigt sich dann typischerweise eines der folgenden Muster:

  • Der Standardkatalog ist eng definiert. Was viele Eigentümer als Standard erwarten – etwa eine zweite ordentliche Versammlung im Jahr, individuelle Telefonate, Belegeinsicht – wird als Sonderleistung berechnet.
  • Die Erreichbarkeit ist auf wenige Stunden pro Woche begrenzt. Notfälle außerhalb der Geschäftszeit gehen in eine kostenpflichtige Bereitschaft.
  • Der günstige Grundpreis deckt nur einen engen Standardumfang ab. Zusätzliche Abstimmungen, Reparaturkoordination, Versicherungsfälle oder größere Instandhaltungsmaßnahmen werden dann schneller als Sonderleistung berechnet.
  • Die Personalfluktuation ist hoch. Eigentümer haben innerhalb von zwei bis drei Jahren mehrere wechselnde Ansprechpartner.

Wer auf solche Angebote stößt, sollte deshalb gezielt nach dem tatsächlichen Leistungsumfang fragen, nicht nach dem Listenpreis. Ein etwas höherer Satz mit klarer Leistungsabgrenzung ist über die typische Vertragslaufzeit von drei Jahren in der Regel die wirtschaftlich bessere Wahl. Wer bereits in einem Vertrag steht und vergleichen möchte, findet in unserem Ratgeber WEG-Verwaltung wechseln einen strukturierten Leitfaden.

So lässt sich ein faires Angebot für Ihre WEG einschätzen

Bevor Sie ein Angebot annehmen, prüfen Sie die folgenden sechs Punkte. Sie bilden zusammen mit dem reinen Einheitensatz die Grundlage für einen seriösen Preisvergleich.

  1. Leistungskatalog im Detail: Welche Leistungen sind in der Vergütung enthalten, welche werden gesondert berechnet? Pauschalformeln wie „alles inklusive“ sind in der Praxis unrealistisch.
  2. Anzahl der Versammlungen pro Jahr: Eine ordentliche Eigentümerversammlung ist gesetzlich vorgeschrieben. Manche Verwaltungen begrenzen die enthaltene Anzahl auf eine pro Jahr, andere bieten quartalsweise Beiratstreffen inkludiert an.
  3. Erreichbarkeit: Wann ist die Verwaltung erreichbar, gibt es einen Bereitschaftsdienst für Notfälle? Die R.E. Immo GmbH ist beispielsweise an 365 Tagen erreichbar, auch abends, an Wochenenden und an Feiertagen.
  4. Versicherungsschutz: Eine professionelle Verwaltung verfügt mindestens über eine Vermögensschadenhaftpflicht. Die R.E. Immo GmbH ist mit 1.000.000 € Vermögensschadenhaftpflicht, 2.000.000 € Vertrauensschadenversicherung über die VDIV-Mitgliedschaft und 10.000.000 € Betriebshaftpflicht abgesichert – ein Schutzniveau, nach dem Eigentümer aktiv fragen sollten.
  5. Qualifikation: Verfügt das Unternehmen über die Erlaubnis nach § 34c GewO und beschäftigt es zertifizierte Verwalter nach § 26a WEG? Beides ist seit 2023 für viele Gemeinschaften ein durchsetzbarer Qualitätsstandard.
  6. Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen: Drei Jahre sind branchenüblich, mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Vertragsende. Längere Bindungen ohne klare Sonderkündigungsrechte sind ein Warnsignal.

Die R.E. Immo GmbH veröffentlicht aus genau diesen Gründen keine Pauschalpreise auf der Website. Jede Wohnungseigentümergemeinschaft ist unterschiedlich groß, unterschiedlich strukturiert und stellt unterschiedliche Anforderungen. Wir kalkulieren jedes Angebot anhand des konkreten Objekts – und legen offen, welche Leistungen enthalten sind und welche als Sondervergütung erscheinen. Wer einen belastbaren Vergleichswert braucht, kann unter kostenloses Angebot anfordern die Eckdaten der Gemeinschaft übermitteln und erhält innerhalb weniger Werktage einen transparenten Vorschlag.

Häufig gestellte Fragen zu den Kosten einer WEG-Verwaltung

Was kostet die Verwaltung einer WEG pro Einheit und Monat?

Eine professionelle WEG-Verwaltung kostet 2026 typischerweise zwischen 25 und 50 Euro brutto pro Einheit und Monat. Die Verwalterentgeltstudie 2026 weist durchschnittliche Basissätze zwischen 29,75 Euro und 47,60 Euro brutto pro Einheit und Monat aus. Maßgeblich für die Einordnung sind die Größe der Gemeinschaft, das Alter des Objekts, der Leistungsumfang und die Region.

Wie hoch sind die Verwaltungskosten bei einer Eigentumswohnung?

Für eine einzelne Eigentumswohnung in einer mittleren WEG mit 10 bis 30 Einheiten liegen die jährlichen Kosten der WEG-Verwaltung typischerweise zwischen 336 und 456 Euro brutto. Diese Kosten werden über das Hausgeld auf die Eigentümer umgelegt und sind im Wirtschaftsplan ausgewiesen. Hinzu kommen anteilig die Kosten für Heizung, Wasser, Versicherungen, Instandhaltungsrücklage und etwaige Sondervergütungen.

Sind die Kosten der WEG-Verwaltung steuerlich absetzbar?

Für Selbstnutzer ist die Antwort differenziert. Die Verwaltergebühr selbst – also das monatliche Honorar an die WEG-Verwaltung – ist nach dem BMF-Schreiben vom 9. November 2016 nicht nach § 35a EStG begünstigt; das Finanzamt erkennt sie nicht als haushaltsnahe Dienstleistung an. Absetzbar sind dagegen die Lohnanteile der Leistungen, die die Verwaltung im Auftrag der Gemeinschaft koordiniert: Treppenhausreinigung, Gartenpflege, Winterdienst, Hausmeisterdienste sowie Handwerker- und Reparaturleistungen am Gemeinschaftseigentum. Die Verwaltung weist diese Beträge in der Jahresabrechnung oder einer gesonderten Bescheinigung nach § 35a EStG aus. Vermieter können die Verwaltungskosten als Werbungskosten nach § 9 EStG vollständig ansetzen.

Warum gibt es bei R.E. Immo keine Preisliste auf der Website?

Jede WEG ist unterschiedlich strukturiert. Eine Pauschalpreisliste würde entweder vereinfachen, wo Differenzierung nötig ist, oder Posten verstecken, die später als Sonderleistung erscheinen. Wir kalkulieren jedes Angebot individuell anhand der Einheitenzahl, des Objektzustands und des gewünschten Leistungsumfangs – und legen offen, was enthalten ist.

Was passiert, wenn der Mindestumsatz von 357 Euro nicht erreicht wird?

Bei sehr kleinen Gemeinschaften ergibt sich aus der reinen Multiplikation aus Einheitenzahl und Einheitensatz häufig ein niedrigerer Betrag als der branchenübliche Mindestumsatz von 357 Euro brutto pro Anlage (Quelle: Verwalterentgeltstudie 2026). Seriöse Verwaltungen weisen in diesem Fall einen Mindestbetrag pro Anlage aus oder erhöhen den Einheitensatz. Verwaltungen, die solche Gemeinschaften zu reinen Listenpreisen annehmen, erbringen erfahrungsgemäß einen reduzierten Leistungsumfang.

Was unterscheidet die WEG-Verwaltung von der Sondereigentumsverwaltung?

Die WEG-Verwaltung betreut das gemeinschaftliche Eigentum – also Dach, Fassade, Treppenhaus, Heizung, Außenanlagen. Die Sondereigentumsverwaltung (SEV) übernimmt zusätzlich die Verwaltung einer einzelnen vermieteten Eigentumswohnung, etwa Mieterbetreuung, Mietabrechnung und Nebenkostenabrechnung. Laut Verwalterentgeltstudie 2026 liegt die SEV in Kombination mit der WEG-Verwaltung bei knapp 42 Euro brutto pro Einheit und Monat.

Wie unterscheidet sich der Preis zwischen Bestands- und Neuverträgen?

Neuverträge sind systematisch teurer als Bestandsverträge. BVI-Präsident Thomas Meier wies in der Verwalterentgeltstudie 2026 darauf hin, dass Neuverträge im Schnitt fünf Euro netto über Bestandsverträgen liegen – in der GdWE-Verwaltung bei einem Viertel der Unternehmen sogar fast zwölf Euro brutto pro Einheit. Wer einen alten, günstigen Vertrag hält, sollte vor einer Kündigung prüfen, ob der vermeintliche Mehrwert eines neuen Anbieters den Preisaufschlag rechtfertigt.

Transparentes Angebot für Ihre WEG anfordern

Sie möchten wissen, was die WEG-Verwaltung für Ihre konkrete Gemeinschaft kostet? Übermitteln Sie uns Einheitenzahl, Baujahr und gewünschten Leistungsumfang. Sie erhalten innerhalb weniger Werktage einen schriftlichen Vorschlag – mit klarer Leistungsabgrenzung und ohne versteckte Posten.

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R.E. Immo GmbH · Hauptsitz Leutenbach · Büros in Mannheim, Heidelberg, Weinheim, Stuttgart und Leonberg · Tel. 07195 412408-0 · info@re-immo.de

Quellen

  • Verwalterentgeltstudie 2026 / Haufe Online (in Kooperation mit BVI und IVD): haufe.de
  • VDIV-Branchenbarometer 2024 – Verwaltervergütung: vdiv.de
  • Wohnungseigentumsgesetz (WEG), insbesondere §§ 19, 23, 26a, 27 WEG
  • § 35a EStG zur steuerlichen Absetzbarkeit haushaltsnaher Dienstleistungen
Aktenmappe mit Verwaltungsunterlagen und Schlüsselbund auf Holztisch – Übergabe beim WEG-Verwalterwechsel

Zuletzt aktualisiert: 20. Juni 2026 · Autor: R.E. Immo GmbH

Eine Wohnungseigentümergemeinschaft kann ihren Verwalter seit der WEG-Reform 2020 jederzeit mit einfacher Mehrheit abberufen (§ 26 Abs. 3 WEG). Der bisherige Verwaltervertrag endet spätestens sechs Monate nach der Abberufung. Bevor die WEG einen neuen Verwalter bestellt, sollte sie drei Vergleichsangebote einholen, eine Eigentümerversammlung mit dreiwöchiger Einladungsfrist einberufen und vier zentrale Beschlüsse fassen: Abberufung, Vertragskündigung, Bestellung der neuen Verwaltung und Abschluss des Verwaltervertrags. Seit dem 1. Dezember 2023 muss die neu bestellte Verwaltung in der Regel ein zertifizierter Verwalter nach § 26a WEG sein. Die folgende Anleitung beschreibt jeden Schritt sowie die rechtlich verankerten Herausgabe- und Abrechnungspflichten der alten Verwaltung.

Hinweis: Dieser Ratgeber gibt einen praxisorientierten Überblick und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Bei strittigen Verwalterwechseln empfiehlt sich die Begleitung durch einen Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht.

Wann sich ein Verwalterwechsel wirklich lohnt

Nicht jeder Konflikt mit der amtierenden Verwaltung rechtfertigt einen Wechsel. Der Aufwand für die Beschlussvorbereitung, die Übergabe und die Eingewöhnung dauert in der Praxis sechs bis neun Monate. Bevor die WEG diesen Weg einschlägt, sollten klare Signale vorliegen. Drei davon tauchen in der Beratungspraxis am häufigsten auf.

Strukturelle Untätigkeit. Schadensmeldungen bleiben unbearbeitet, Instandhaltungsbeschlüsse werden nicht umgesetzt, Anfragen einzelner Eigentümer bleiben unbeantwortet. Wenn der Verwaltungsbeirat dreimal in Folge erinnern muss, ist das kein Einzelfall mehr, sondern ein Strukturproblem.

Fehlende oder verspätete Jahresabrechnung. Die Jahresabrechnung sollte spätestens drei bis sechs Monate nach Ende des Wirtschaftsjahrs vorliegen. Wer regelmäßig erst kurz vor der nächsten Versammlung abrechnet, verstößt gegen die Pflicht zur ordnungsmäßigen Verwaltung. Das BayObLG hat eine Vorlage erst nach acht Monaten als verspätet eingestuft (ZWE 2000, 38–39).

Intransparente Kommunikation und mangelnde Erreichbarkeit. Kein Notfallservice außerhalb der Geschäftszeiten, kein digitaler Zugriff auf Dokumente, keine zeitnahe Rückmeldung auf Schadensmeldungen – das sind harte Service-Lücken, die in der heutigen Praxis nicht mehr akzeptiert werden müssen.

Daneben gibt es weichere Auslöser wie Preiserhöhungen ohne nachvollziehbare Begründung, häufige Wechsel des persönlichen Ansprechpartners oder das Fehlen einer Zertifizierung nach § 26a WEG. Jeder dieser Punkte allein begründet noch keinen Wechselbedarf – in Kombination jedoch sehr wohl.

Rechtliche Grundlage: § 26 WEG und die Abberufung jederzeit

Die zentrale Vorschrift für jeden Verwalterwechsel ist § 26 Abs. 3 Satz 1 WEG. Der Wortlaut ist eindeutig: „Der Verwalter kann jederzeit abberufen werden. Ein Vertrag mit dem Verwalter endet spätestens sechs Monate nach dessen Abberufung.“ Vor der WEG-Reform vom 1. Dezember 2020 war eine Abberufung nur aus wichtigem Grund möglich. Seitdem genügt eine einfache Mehrheit der in der Eigentümerversammlung abgegebenen Stimmen – Gründe müssen nicht angegeben werden.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Abberufung und Vertragskündigung. Die Abberufung beendet das organschaftliche Verwalteramt sofort. Der schuldrechtliche Verwaltervertrag mit seinen Vergütungs- und Leistungspflichten besteht hingegen weiter, höchstens jedoch sechs Monate. Wer beide Akte in der Versammlung nicht klar als getrennte Beschlüsse fasst, riskiert vermeidbare Zahlungspflichten und Streit über die Übergangsphase.

Eine außerordentliche Vertragskündigung aus wichtigem Grund nach § 626 BGB beendet auch die sechsmonatige Restlaufzeit – etwa bei nachgewiesener Veruntreuung, beharrlicher Untätigkeit oder bei einem Vertrauensverlust, der eine Fortsetzung unzumutbar macht. Hier ist der Beschluss inhaltlich zu begründen.

Der Ablauf des Verwalterwechsels in fünf Schritten

Ein sauberer Wechsel folgt einer festen Reihenfolge. Wer einen Schritt überspringt – etwa die Vergleichsangebote oder die formgerechte Einladung – riskiert die Anfechtbarkeit der Beschlüsse innerhalb der Monatsfrist nach § 45 WEG.

Schritt 1: Bestehenden Verwaltervertrag und Kündigungsfristen prüfen

Bevor die WEG überhaupt einen neuen Verwalter sucht, lohnt sich der Blick in den laufenden Verwaltervertrag. Die ordentliche Kündigungsfrist beträgt branchenüblich drei bis sechs Monate; die Bestelldauer liegt nach § 26 Abs. 2 WEG bei höchstens fünf Jahren, bei der Erstbestellung nach Bauträgerverwaltung bei drei Jahren. Notieren Sie das genaue Ende des aktuellen Vertrags und prüfen Sie, ob Sondervereinbarungen zur Kontoführung, Honoraranpassung oder Übergabe getroffen wurden.

Schritt 2: Mindestens drei Vergleichsangebote einholen

Die Pflicht zur ordnungsmäßigen Verwaltung verlangt, dass die WEG die Bestellung nicht aus dem Bauch heraus trifft. In der Praxis hat sich eine Mindestzahl von drei Vergleichsangeboten etabliert. Vergleichen Sie nicht nur den monatlichen Pauschalpreis pro Einheit, sondern auch:

  • Versicherungssummen der Vermögensschaden- und Vertrauensschadenhaftpflicht
  • Mitgliedschaft im VDIV oder BVI (Verband der Immobilienverwalter)
  • Bereitschaft zur kostenlosen Kontoführung pro Objekt
  • Notfall-Erreichbarkeit außerhalb der Geschäftszeiten
  • Digitale Werkzeuge (App für Schadenmeldungen, digitale Eigentümerversammlung)
  • Zertifizierung nach § 26a WEG

Die R.E. Immo GmbH etwa führt eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung über 1.000.000 Euro und eine Vertrauensschadenversicherung über 2.000.000 Euro – beides Beträge, die für die Schadensregulierung im Ernstfall den Unterschied machen.

Schritt 3: Eigentümerversammlung einberufen

Grundsätzlich beruft der amtierende Verwalter die Eigentümerversammlung ein. Nach § 24 Abs. 2 WEG muss er dies auch tun, wenn mehr als ein Viertel der Wohnungseigentümer die Einberufung in Textform unter Angabe von Zweck und Gründen verlangt. Fehlt ein Verwalter oder weigert er sich pflichtwidrig, kann die Versammlung nach § 24 Abs. 3 WEG auch durch den Vorsitzenden des Verwaltungsbeirats, dessen Vertreter oder einen durch Beschluss ermächtigten Wohnungseigentümer einberufen werden.

Die Einladung muss in Textform erfolgen und mindestens drei Wochen vor dem Termin zugehen (§ 24 Abs. 4 Satz 2 WEG). Die Tagesordnung muss die geplanten Beschlüsse so präzise benennen, dass eine begründete Abstimmungsentscheidung möglich ist – schwammige Punkte wie „Verschiedenes“ tragen einen Wechselbeschluss nicht.

Schritt 4: Die vier Beschlüsse fassen

Auf der Versammlung sollten die folgenden Beschlüsse einzeln und nacheinander gefasst werden, jeweils mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen:

  1. Abberufung des bisherigen Verwalters (§ 26 Abs. 3 WEG)
  2. Kündigung des bestehenden Verwaltervertrags zum frühestmöglichen Termin
  3. Bestellung der neuen Verwaltung mit Bestelldauer (max. fünf Jahre, bei Erstwechsel auch kürzer)
  4. Abschluss des Verwaltervertrags mit ausgewiesener Vergütung und Leistungsbeschreibung

Wer den vierten Beschluss vergisst, lässt der neuen Verwaltung formal kein vertragliches Mandat. Auch die Ermächtigung der Beiratsvorsitzenden oder eines Eigentümers, den Vertrag zu unterzeichnen und die Übergabevollmacht auszustellen, gehört in das Versammlungsprotokoll. Eine Vollmacht für die Eigentümerversammlung kann zudem hilfreich sein, wenn Eigentümer nicht persönlich erscheinen können.

Schritt 5: Übergabe organisieren und Übernahme starten

Nach der Versammlung tritt der Wechsel an dem Datum in Kraft, das in den Beschlüssen festgelegt wurde. Üblich ist der Beginn des nächsten Quartals oder Geschäftsjahrs, damit die Jahresabrechnung sauber zuzuordnen bleibt. Die Beschlüsse sind nach § 45 WEG innerhalb eines Monats anfechtbar; größere Investitionen oder Verträge sollten deshalb erst nach Ablauf dieser Frist beschlossen werden.

Umlaufbeschluss als Alternative zur Versammlung

Nicht in jedem Fall muss der Wechsel auf einer Präsenzversammlung beschlossen werden. § 23 Abs. 3 WEG erlaubt seit der Reform den Umlaufbeschluss in Textform, also per Brief, E-Mail oder über ein digitales Portal. Damit ein Umlaufbeschluss wirksam zustande kommt, müssen alle Eigentümer zustimmen – es sei denn, die Gemeinschaft hat zuvor eine Öffnungsklausel beschlossen, die bestimmte Beschlüsse auch mehrheitlich im Umlaufverfahren zulässt.

In der Praxis eignet sich der Umlaufbeschluss vor allem für kleinere WEGs mit überschaubarer Eigentümerstruktur, in denen Konsens absehbar ist. Bei größeren Gemeinschaften oder wenn einzelne Eigentümer unsicher sind, bleibt die Eigentümerversammlung der sichere Weg, weil dort offene Fragen direkt besprochen werden können. Die digitale Eigentümerversammlung kombiniert beide Vorteile – physische Teilnahme bleibt möglich, parallel können mobilitätseingeschränkte Eigentümer hybrid teilnehmen.

Die Übernahme: Welche Unterlagen und Werte der alte Verwalter herausgeben muss

Die meisten Ratgeber beschreiben den Verwalterwechsel als einen Akt – die Übergabe. Tatsächlich verbergen sich dahinter drei rechtlich getrennte Pflichten mit unterschiedlichen Auslösezeitpunkten und Fristen. Erst wenn die WEG diese Unterscheidung kennt, lässt sich die Übernahme strukturiert führen – und erst dann lassen sich Schadensersatzansprüche bei Pflichtverletzung gezielt geltend machen.

Pflicht 1: Herausgabe aller Unterlagen und Werte (§ 27 WEG, § 667 BGB)

Der ausscheidende Verwalter muss alle für die WEG gehaltenen Unterlagen, Daten und Vermögenswerte herausgeben – sofort und am Sitz seines Büros, soweit nichts anderes vereinbart ist (§ 271 Abs. 1 BGB). Dazu zählen mindestens:

  • Sämtliche Beschlusssammlungen und Versammlungsprotokolle (Aufbewahrungspflicht nach § 24 Abs. 6 WEG)
  • Verwaltervertrag und alle Dienstleisterverträge (Wartung, Müllentsorgung, Versicherung, Hausmeister)
  • Wirtschaftspläne, Jahresabrechnungen, Einzelabrechnungen der letzten Jahre
  • Kontoauszüge, Übergabe der Verfügungsberechtigung über die WEG-Konten samt Instandhaltungsrücklage
  • Versicherungspolicen (Gebäudeversicherung, Haftpflicht) mit aktuellen Beitragsbescheinigungen
  • Zähler- und Versorgerdaten, Heizkostenabrechnungen, Energieausweis
  • Schadensakten, offene Mängelanzeigen, Bauunterlagen
  • Zugangsdaten zu digitalen Verwaltungsplattformen und Eigentümerportalen
  • Schlüsselverzeichnis und Wartungspläne

Rechtsanwalt Klaus Eichhorn, Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht, formuliert es im VDIV-Magazin so: „Der Verwalter darf die Rechnungslegung nicht wegen eventueller Gegenansprüche zurückbehalten, da erst die erteilte Auskunft eine Überprüfung möglich macht.“ Ein Zurückbehaltungsrecht – etwa wegen offener Honorarforderungen – besteht also gerade nicht.

Pflicht 2: Rechnungslegung über die Amtszeit (§ 666 BGB)

Neben der reinen Herausgabe schuldet der alte Verwalter eine Rechenschaft über alles, was er während seiner Bestellung getan hat. Diese Rechenschaftspflicht ist eigenständig und nicht mit der Jahresabrechnung deckungsgleich. Bestehen Zweifel an der Vollständigkeit, kann die WEG nach § 260 Abs. 2 und 3 BGB eine eidesstattliche Versicherung verlangen.

Pflicht 3: Jahresabrechnung für das laufende Wirtschaftsjahr (§ 28 WEG)

Die wichtigste und am häufigsten umstrittene Pflicht: Der Verwalter, der während eines Wirtschaftsjahrs ausscheidet, bleibt für die Jahresabrechnung dieses Jahres verantwortlich. Eichhorn fasst die BGH-Linie zusammen: „Diese Verpflichtung bleibt auch bestehen, wenn der Verwalter im Laufe des Wirtschaftsjahres ausscheidet, sie geht nicht auf den Nachfolger über.“ Maßgeblich ist das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 16. Februar 2018 (V ZR 89/17).

Für die Erstellungsfrist gibt es keine starre Vorschrift, doch die Rechtsprechung erkennt Verzögerungen ab etwa acht Monaten nach Wirtschaftsjahresende als verspätet (BayObLG, ZWE 2000, 38–39). Drei bis sechs Monate gelten als angemessen. Wird die Frist überschritten und entstehen der WEG Schäden – etwa durch verspätete Hausgeldnachforderungen – kommen Schadensersatzansprüche nach § 280 BGB in Betracht.

Der zertifizierte Verwalter nach § 26a WEG: Was sich seit Dezember 2023 geändert hat

Mit der WEG-Reform 2020 wurde der Anspruch jedes Wohnungseigentümers auf einen zertifizierten Verwalter geschaffen. Der Anspruch besteht nach § 26a WEG, und seit dem 1. Dezember 2023 entspricht nur noch die Bestellung eines zertifizierten Verwalters den Grundsätzen ordnungsmäßiger Verwaltung. Für Verwalter, die bereits am 1. Dezember 2020 bestellt waren, lief eine Übergangsfrist bis zum 1. Juni 2024 – die ist abgelaufen.

Praktisch bedeutet das: Bei einem Verwalterwechsel ab 2024 ist die Zertifizierung kein bloßes Werbeargument, sondern ein rechtlicher Auswahlfilter. Die Prüfung erfolgt vor einer Industrie- und Handelskammer und deckt rechtliche, kaufmännische und technische Grundlagen ab. Ausnahme: Bei kleinen Gemeinschaften mit höchstens acht Einheiten, in denen ein Eigentümer selbst zum Verwalter bestellt wurde, gilt die Pflicht nicht.

Jeder Eigentümer kann den Nachweis der Zertifizierung verlangen. Wer einen neuen Verwalter wählt, sollte sich das Zertifikat vor der Beschlussfassung vorlegen lassen. Bestellte Verwalter, die der Berufsverband VDIV oder BVI mit ähnlichen Qualifikationsanforderungen vertritt – etwa Mitglieder des VDIV und BVI – erfüllen die fachliche Erwartung in der Regel ohnehin.

Was eine professionelle Übernahme im Bestand auszeichnet

Die formelle Abberufung ist der einfache Teil. Die eigentliche Arbeit beginnt mit der Übernahme im Bestand – also der buchhalterischen, technischen und kommunikativen Eingliederung der Eigentümergemeinschaft in die Strukturen der neuen Verwaltung. In der Praxis hat sich ein dreistufiges Vorgehen bewährt.

Übernahmegespräch und Bestandsaufnahme

Im ersten Schritt prüft die neue Verwaltung die übergebenen Unterlagen auf Vollständigkeit. Fehlen Beschlusssammlungen, Kontoauszüge oder Versorgerdaten, wird dies sofort schriftlich beim alten Verwalter angefordert. Eine Objektbegehung mit Fotodokumentation deckt offene Schadensfälle, ausstehende Instandhaltungen und Sicherheitsmängel auf. Bei R.E. Immo gehört die regelmäßige Objektbegehung mit Fotodokumentation zum festen Bestandteil der WEG-Verwaltung.

Buchhaltungsübernahme

Die Konten werden auf die neue Verwaltung umgeschrieben – das schließt die Verfügungsberechtigung über das Hausgeldkonto und die Instandhaltungsrücklage ein. Bei R.E. Immo erfolgt die Kontoführung pro Objekt kostenlos bei der Deutschen Kreditbank AG. Die tägliche Verbuchung aller Bankbewegungen stellt sicher, dass Eingangsrechnungen, Hausgeldzahlungen und Rücklagenbewegungen unmittelbar nachvollziehbar sind. Parallel werden Dienstleisterverträge auf die neue Verwaltung umgemeldet und Zahlungsläufe übernommen.

Kommunikation an Eigentümer und Dienstleister

Eigentümer und Mieter erhalten ein Anschreiben mit den neuen Ansprechpartnern, Kontaktdaten und – sofern angeboten – Zugangsdaten zur Verwalter-App. Dienstleister werden informiert, Versorger umgemeldet, Versicherungspolicen auf den neuen Vertragspartner umgeschrieben. Ein 365-Tage-Notfallservice und kurze Wege durch regionale Standorte – R.E. Immo ist an sechs Standorten in Leutenbach, Mannheim, Weinheim, Stuttgart, Heidelberg und Leonberg präsent – senken Reibungsverluste in dieser Phase deutlich.

Worauf im neuen Verwaltervertrag zu achten ist

Der Verwaltervertrag ist das wirtschaftliche Rückgrat des Wechsels. Schwammige Formulierungen kosten die WEG später Geld – entweder in Form versteckter Zusatzhonorare oder in Form von Leistungen, die nicht eingefordert werden können. Folgende Klauseln sollten in jedem Vertrag klar geregelt sein.

Leistungskatalog mit Abgrenzung von Sonderleistungen. Welche Tätigkeiten sind mit dem Grundhonorar abgegolten? Ab wann gilt eine Tätigkeit als Sonderleistung – etwa die Begleitung umfangreicher Sanierungsmaßnahmen, die Bearbeitung von Versicherungsschäden über 5.000 Euro oder die Klagebegleitung gegen säumige Eigentümer? Der Vertrag sollte für jede Sonderleistung einen Stundensatz oder eine Pauschale benennen.

Versicherungssummen. Eine Vermögensschadenhaftpflicht im sechsstelligen Bereich gilt heute als Mindeststandard; seriöse Verwaltungen liegen deutlich darüber. R.E. Immo etwa führt eine Vermögensschadenhaftpflicht über 1.000.000 Euro und eine Vertrauensschadenversicherung über 2.000.000 Euro – die Versicherungssummen sollten im neuen Vertrag transparent ausgewiesen sein.

Kontoführung und Vermögenstrennung. Die WEG-Konten müssen als offene Treuhandkonten auf den Namen der Gemeinschaft geführt werden, nicht auf den Namen des Verwalters. Im Vertrag ist die kontoführende Bank zu benennen, einschließlich der Vereinbarung, dass Hausgeld und Rücklage getrennt geführt werden.

Bestelldauer und Kündigungsfristen. Eine Bestelldauer von drei Jahren ist in der Praxis ein guter Kompromiss zwischen Planungssicherheit und Flexibilität. Die Abberufung jederzeit nach § 26 Abs. 3 WEG ist gesetzlich vorgegeben und kann vertraglich nicht eingeschränkt werden – Klauseln, die dies dennoch versuchen, sind unwirksam.

Übergabevereinbarung am Vertragsende. Sinnvoll ist eine explizite Regelung, welche Unterlagen am Ende der Bestellung in welchem Format herausgegeben werden. Das beugt späteren Auseinandersetzungen über digitale Archive, Backup-Daten und Eigentümerlisten vor.

Die Rolle des Verwaltungsbeirats beim Wechsel

Der Verwaltungsbeirat (§ 29 WEG) ist während der Vorbereitungsphase die wichtigste Schnittstelle zwischen der WEG und der amtierenden Verwaltung. Er prüft Vergleichsangebote, sichtet die Vertragsentwürfe der neuen Verwaltung und übernimmt häufig die Kommunikation mit dem ausscheidenden Verwalter. In vielen Fällen wird der Beiratsvorsitzende durch Beschluss ermächtigt, den neuen Verwaltervertrag zu unterzeichnen und die Übergabe operativ zu begleiten.

Ein aktiver Beirat reduziert die Übergabedauer deutlich. Er kennt die Eigenheiten des Objekts, die offenen Themen und die Vorgeschichte besser als jede Verwaltung es in der Einarbeitungsphase könnte. Wo es keinen Beirat gibt, sollte vor dem Wechsel zumindest eine Eigentümerin oder ein Eigentümer mit Bevollmächtigung für die Übergabephase benannt werden. Eine schriftliche Vollmacht für die operative Begleitung verhindert die typische Situation, in der niemand zuständig ist und die Übergabe versandet.

Häufige Fehler beim Verwalterwechsel

Drei Fehler tauchen in der Praxis immer wieder auf und führen entweder zu anfechtbaren Beschlüssen oder zu monatelangen Streitigkeiten in der Übergabe.

Abberufung und Kündigung werden verwechselt. Wer nur „den Verwalter kündigt“, ohne ihn formal abzuberufen, lässt das Verwalteramt unverändert weiterlaufen – mit allen Vertretungsbefugnissen. Beide Akte gehören als getrennte Tagesordnungspunkte in das Versammlungsprotokoll.

Es fehlt eine Phase der Vorbereitung. Wer den Wechsel als Reaktion auf eine Eskalation in einer einzigen Versammlung durchsetzen will, hat oft kein belastbares Vergleichsangebot, keine Zertifizierungs-Nachweise und keine klare Übernahmevereinbarung. Drei bis sechs Monate Vorbereitungszeit sind realistisch.

Die Übergabe wird nicht protokolliert. Eine Übernahme ohne strukturiertes Übergabeprotokoll führt regelmäßig dazu, dass später unklar ist, welche Unterlagen fehlen. Ein einfaches Checklisten-Protokoll, von beiden Verwaltungen unterzeichnet, verhindert spätere Streitigkeiten und sichert die Beweislage für eventuelle Nachforderungen.

Versammlungsbeschlüsse werden zu allgemein gefasst. Wer „die neue Verwaltung wird bestellt“ ohne Bestelldauer, Vergütungssatz und Vertragsbeginn in das Protokoll schreibt, lädt zur Anfechtung ein. Die Tagesordnungspunkte und Beschlussformulierungen sollten vor der Versammlung schriftlich vorliegen und mit der gewünschten neuen Verwaltung abgestimmt sein.

Die Anfechtungsfrist wird unterschätzt. Nach § 45 WEG sind Beschlüsse innerhalb eines Monats nach Beschlussfassung anfechtbar; die Begründung muss innerhalb von zwei Monaten beim Gericht eingehen. Größere Folgeentscheidungen – etwa die Vergabe von Sanierungsaufträgen oder die Umstellung von Versorgerverträgen – sollten erst nach Ablauf dieser Frist ausgelöst werden, um keine wirtschaftlichen Risiken aufzubauen, falls der Wechselbeschluss kippt.

So begleitet R.E. Immo Ihre WEG beim Wechsel

Die R.E. Immo GmbH verwaltet seit 1984 Wohnungseigentümergemeinschaften in Baden-Württemberg. Aktuell betreuen 22 qualifizierte Mitarbeiter rund 6.650 Verwaltungseinheiten in Objekten von 2 bis 187 Wohneinheiten (Stand 05/24). Als IHK-anerkannter Ausbildungsbetrieb, Mitglied im VDIV und BVI, mit Zulassung nach § 34c GewO und Zertifizierung nach § 26a WEG erfüllen wir die fachlichen Anforderungen, die das Gesetz seit Dezember 2023 stellt.

Für WEGs, die einen Wechsel erwägen, prüfen wir das Bestandsobjekt, erstellen ein transparentes Angebot mit ausgewiesenen Versicherungssummen und übernehmen auf Wunsch die vollständige Buchhaltungsübernahme vom Vorverwalter. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf – wir besprechen Ihren Fall gemeinsam mit Ihnen.

Häufig gestellte Fragen

Wann kann man die Hausverwaltung wechseln?

Seit der WEG-Reform 2020 kann die Eigentümergemeinschaft den Verwalter jederzeit mit einfacher Mehrheit abberufen (§ 26 Abs. 3 WEG). Ein wichtiger Grund ist nicht erforderlich. Der bestehende Verwaltervertrag endet spätestens sechs Monate nach der Abberufung; eine außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund nach § 626 BGB kann diese Restlaufzeit verkürzen.

Wer entscheidet über den Wechsel der WEG-Verwaltung?

Die Eigentümerversammlung entscheidet mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Ein Viertel der Eigentümer oder der Vorsitzende des Verwaltungsbeirats können nach § 24 Abs. 2 WEG die Einberufung einer Versammlung verlangen, wenn der amtierende Verwalter sie verweigert. Bei kleinen WEGs kann der Beschluss auch im Umlaufverfahren gefasst werden – dann allerdings einstimmig, sofern nicht vorab eine Öffnungsklausel beschlossen wurde.

Was passiert mit den Rücklagen beim Verwalterwechsel?

Die Erhaltungsrücklage gehört der Gemeinschaft, nicht dem Verwalter. Mit der Abberufung verliert der bisherige Verwalter die Verfügungsberechtigung über das Rücklagenkonto. Er ist verpflichtet, die Kontoführung und sämtliche Buchungsbelege an die neue Verwaltung herauszugeben, einschließlich Nachweisen über die Höhe der Rücklage zum Übergabestichtag.

Was kostet ein Verwalterwechsel die WEG?

Direkte Kosten entstehen vor allem durch die Versammlung und gegebenenfalls Anwaltsbegleitung bei strittigen Übergaben. Indirekt kann das Honorar der neuen Verwaltung höher oder niedriger ausfallen als bisher. Bei R.E. Immo wird die Kontoführung pro Objekt nicht zusätzlich berechnet, weil sie kostenlos über die Deutsche Kreditbank AG erfolgt; weitere Einsparpotenziale ergeben sich häufig durch die Optimierung von Energie- und Versicherungsverträgen.

Was tun, wenn die alte Verwaltung Unterlagen zurückhält?

Ein Zurückbehaltungsrecht wegen offener Honorarforderungen besteht nach herrschender Auffassung nicht. Die WEG sollte den Anspruch zunächst schriftlich mit Fristsetzung geltend machen. Hilft das nicht, kann der neue Verwalter im Auftrag der Gemeinschaft auf Herausgabe klagen. In dringenden Fällen ist auch ein einstweiliges Verfügungsverfahren möglich. Bei Zweifeln an der Vollständigkeit kann eine eidesstattliche Versicherung nach § 260 Abs. 2 BGB verlangt werden.

Muss die neue WEG-Verwaltung zertifiziert sein?

Seit dem 1. Dezember 2023 entspricht nur die Bestellung eines zertifizierten Verwalters nach § 26a WEG den Grundsätzen ordnungsmäßiger Verwaltung. Die Übergangsfrist für am 1. Dezember 2020 bereits bestellte Verwalter endete am 1. Juni 2024. Ausnahme: Kleine Gemeinschaften mit höchstens acht Einheiten, in denen ein Eigentümer selbst Verwalter ist, sind nicht erfasst. Im Zweifel sollten Sie das IHK-Zertifikat vor der Beschlussfassung vorlegen lassen.