Fünf Jahre nach der Einführung der Mietpreisbremse muss man sagen: Diese Aktion hat sich statistisch beinahe überhaupt nicht ausgewirkt. In 39 Städten sind die Mieten weiter gestiegen, teilweise im zweistelligen Bereich. In Berlin ist die prozentuale Steigerung am höchsten, denn hier war das Niveau der Mieten durch die Teilung besonders niedrig. Die Mietpreisbremse besagt, dass bei einer Neuvermietung der Mietpreis maximal um 10 % steigen darf.

Viele Vermieter ignorieren die Mietpreisbremse einfach

Das Problem ist, dass viele Vermieter sich einfach nicht an die seit fünf Jahren geltende Regelung gehalten. Eine Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ergab, dass etwa in München 69 % der Vermieter die Mietpreisbremse nicht beachten. Das sollten Mieter sich jedoch nicht einfach gefallen lassen, denn es kann von Erfolg gekrönt sein, dagegen vorzugehen. Laut Bundesjustizministerium haben Mieter, die gegen die zu hohen Mieten geklagt haben, danach im Schnitt 167 Euro im Monat weniger Miete gezahlt, also rund 2.000 Euro im Jahr.

Der Rat lautet hier also, im Zweifelsfall den Klageweg zu beschreiten. Man kann jedoch nachvollziehen, wenn manche Mieter diesen Schritt nicht gehen wollen. Gerade Personen, die auf dem Wohnungsmarkt schlechtere Chancen haben, halten lieber „die Füße still“. Zu groß ist die Gefahr, sich beim Vermieter unbeliebt zu machen. Auch sind nicht alle Mieter über die Regelung informiert.

Mieten steigen langsamer

Zwar steigen die Mieten immer noch an, und zwar in den letzten fünf Jahren um 44 % in Berlin, um 30 % in München und in Düsseldorf und Stuttgart jeweils um 24 %. In Köln, Hamburg und in 22 anderen Städten sind die prozentualen Anstiege geringer als vorher. Besonders der soziale Wohnungsbau in Hamburg hat seinen Teil dazu beigetragen. Insgesamt stiegen die Mieten in der Hansestadt zwischen 2010 und 1015 um 29 %, seit der Mietpreisbremse jedoch nur noch um 14 %.

Da seit 2010 auch die Einkommen gestiegen sind, und zwar um real 7 %, kann man statistisch belegen, dass die Belastung für Mieter in den letzten zehn Jahren nicht wesentlich gestiegen sei. In der Realität sieht es jedoch so aus, dass die hohen Mieten für viele Verbraucher eine große Belastung darstellen.