Stillstand auf dem Mietmarkt sorgt für wachsende Starre
Der Wohnungsmarkt in Deutschland ist so angespannt wie lange nicht mehr. Das Angebot an verfügbaren Wohnungen schrumpft weiter, während Wohnungssuchende zunehmend vor verschlossenen Türen stehen. Klassische Mietangebote werden seltener, gleichzeitig ziehen die Preise an. Hinzu kommen strengere Bedingungen, etwa durch befristete Mietverträge oder möblierte Wohnungen, die den Zugang zusätzlich erschweren.
Die Studie „Sozialer Wohn-Monitor 2026“ des Pestel-Instituts lenkt den Blick auf die sozialen Folgen dieser Entwicklung. Besonders betroffen sind demnach Auszubildende, Studierende sowie immer mehr ältere Menschen, die von geringen Renten leben müssen.
Auch aktuelle Marktdaten bestätigen den Trend. Das ImmoScout24-WohnBarometer für das vierte Quartal 2025 zeigt: Die Angebotsmieten steigen weiter, während das Suchinteresse nachlässt. Vor allem Haushalte mit niedrigen Einkommen ziehen sich zunehmend vom Wohnungsmarkt zurück. Gegenüber dem Vorquartal ging die Nachfrage in den acht Metropolen um 16 Prozent zurück, in kreisfreien Städten um 23 Prozent, im Umland der Metropolen um 17 Prozent und in ländlichen Regionen um 20 Prozent. Zwar ist ein Rückgang im vierten Quartal auch aus den Vorjahren bekannt, doch lag dieser damals lediglich zwischen drei und 13 Prozent.
Zu ähnlichen Ergebnissen kommt der GREIX-Mietpreisindex. Demnach legten die Angebotsmieten in deutschen Städten zum Jahresende 2025 stärker zu als die allgemeine Inflation. Im Vergleich zum Vorquartal stiegen die Mieten im bundesweiten Durchschnitt um 1,0 Prozent, im Jahresvergleich sogar um 4,5 Prozent. Gleichzeitig nahm die Zahl der Wohnungsanzeigen spürbar ab. Auffällig ist zudem der wachsende Anteil befristeter und möblierter Angebote, der 2025 einen neuen Höchststand erreichte: Bundesweit entfielen mehr als 17 Prozent aller Inserate auf dieses Segment – also mehr als jede sechste Anzeige. In den acht größten Städten lag der Anteil bei rund 25 Prozent, in München sogar bei etwa einem Drittel.
Eine im Auftrag des Bundesbauministeriums und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) erstellte Auswertung des Instituts für Wohnen und Umwelt (IWU) bestätigt diese Entwicklung im Wesentlichen. Besonders betroffen sind Großstädte, in denen die Mietpreisbremse gilt. Die Wissenschaftler sehen einen Zusammenhang mit deren Einführung im Jahr 2015 und beobachten eine gezielte Verlagerung von Wohnungsangeboten in weniger stark regulierte und zugleich weniger transparente Marktsegmente.
Foto 1 © Rainhard Wiesinger, Pixabay


